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Donnerstag, 16. August 2012

Tauchen, Vulkane und Surfen...

Erstmal ein riesiges LO SIENTOOOOOO! Ich lebe noch, hatte aber zu gutes Wetter und aufregende Tage um an meinem Blog zu "arbeiten"!!


So... wo fang ich nur an??

Es is fuenf Uhr nachmittags, meine Bauchkraempfe haben sich gebessert und es regnet. Die beste Zeit um mal wieder was von mir hoeren zu lassen. "Montezumas Rache" hat mich erwischt. Nicht zu schlimm aber es hat gereicht. Fuer alle die noch nicht in Zentral- oder Suedamerika waren: Von Montezumas Rache spricht man wenn die Darmflora nicht mehr im Gleichgewicht is :) Montezuma war der letzte Herrscher der Atzteken bevor die Spanier alles in Grund und Boden stampften. Die Eroberung Tenochtitlans, bei der Montezuma auch starb, ist wahrscheinlich nicht nur der Streitmacht Spaniens zuzuschreiben sondern auch den Pocken die sie mitgebracht haben. Wie ihr Euch denken koennt, kamen diese mit der neuen Krankheit nicht zurecht!! Kurz vor seinem Tod hat Montezuma der Legende nach einen Fluch ausgesprochen, dass alle Eindringlinge in seinem Land die Rache zu spueren bekommen sollen.... Danke Monte! Ich spuere es!!!


Der letzte Eintrag entstand vor gefuehlten hundert Jahren weil ich seitdem mega viele Dinge erlebt habe. Ich versuche mich kurz zu halten weil ich euch nicht mit ueberfluessigen Details (wie sonst immer :) langweilen will und ich nachher noch auf den Huegel will um meine Hamburger Jungs zu besuchen! Muss mal wieder an meiner Muttersprache arbeiten, sonst verlern ich alles :)




Nach Guatemala bin ich weiter nach Honduras gereist. Besser gesagt auf die Islas de la Bahia, auch Bay Islands genannt. Eine Inselgruppe in der Karibik, mit der Faehre vom Festland in einer Stunde zu erreichen. Auf dem Weg zur Insel Utila kamen einige Maegen ins Schaukeln. Vor allem die, der Europaer. Auf und nieder, immer wieder, hammas erste gestern gmacht... Noch mal Karibik also :) Die Sonne brennt morgens vom ersten Kaffee an bis zum letzten Rum runter wie in einem Huehnchengrill, die Muecken haben ein Schild um den Hals haengen auf dem steht: Vorsicht Malaria! und die alkoholisierten Raufbolde tummeln sich nachts in saemtlichen Strandbars. Hahahaha.. wenn ich den Satz les hoert es sich furchtbar an! Ich muss aber sagen ich hatte dort eine fabelhafte Zeit. Besonders, weil ich dort meinen Tauchschein gemacht habe! An alle "Buddys" unter Euch: Im naechsten Sommer werden saemtliche Seen und gesunkenen Schiffe in Deutschland unsicher gemacht! Der Kurs dauert ein paar Tage und ich war sehr begeistert wie alles aufgezogen wurde. Theorie, langsames Vortasten mit saemtlichen Geraeten im seichten Wasser, bis wir nach ein paar Tagen bis auf 18 m runter gingen. Ich haette nie geglaub dass die Unterwasserwelt so faszinierend ist! Die Bay Islands liegen am zweitgroessten Riff der Welt, gleich hinter dem Great Barrier in Australien. Leider hatte ich keine Unterwasserkamera sonst wuerde ich Euch ein paar Eindruecke schicken, so muessen Worte reichen. Ich musste waehrend der ganzen Zeit an meine Beatmungspatienten denken. Liebe Kollegen: Ich kam mir vor wie an ner CPAP/DU-Kiste ohne DU! So schlimm kann Weaning nicht sein.. Vielleicht sollte ich meine Facharbeit nochmal ueberdenken :) Wenn man mal den Trick mit dem neutralen Auftrieb raus hat (ich hoffe es heisst so, ich hab den Kurs naemlich zweisprachig gemacht. Deutsch um mich daheim mit jemand unterhalten zu koennen und Englisch um mich hier mit allen anderen verstandigen zu koennen) ist das dahintreiben lassen der Wahnsinn.. Man kann Saltos unter Wasser schlagen, wie Buddha im Wasser meditieren oder die andere Welt bewundern. Es kommt einem vor wie eine riesige Wiese, voll mit Blumen die man noch nie gesehen hat, auf der sich Tiere tummeln von denen einem als Kind Schauermaerchen erzaehlt wurden. Und es ist gar nicht soooo einfach vor einer Moraene zu fliehen denn unter Wasser sind die Bewegungen wie in Zeitlupe! Neben den Korallen, welche uebrigens schon seit 400 Mio Jahren existieren, haben wir Nurse sharks (Krankenschwesternhaie), Parrotfish, Christmastreeworms und vieles mehr gesehen. Ausserdem hab ich nach dem letzten Tauchgang noch eine Erfahrung gemacht: nicht helfen!!! In einer Bar bekam ein junger Hollaender eins auf die Ruebe waehrend ich mir grad was an der Bar bestellt hab. Da er direkt neben mir stand und geblutet hat wie ein Schwein hab ich versucht ihn zu beruhigen und wollte seine Kopfplatzwunde checken. Als ich mir seien Kopf anschaun wollte kam der Local zurueck, mit einer dickwandigen Whiskeyflasche in der Hand... Und BANG... hat er den Hollaender "geflaschlt"! Nachdem ich die Scherben aus meinem Haar gezupt hatte ging ich (keine Sorge: natuuuuerlich mit Leuten aus meinem Tauchkurs) zurueck zur Hostel. Falsche Zeit, falscher Ort... aber es gibt einem natuerlich zu denken.... besonders als ich den Kerl am naechsten Tag mit einer Nacht vom Auge bis zum Kinn auf der Strasse gesehen hab.





TREETANIC in Utila, 3.beste Bar der Welt... der Besitzer mosaikt ALLES selber






Am Tag nach dem legendaeren Sun Jam gings dann weiter nach San Pedro Sula. Hoert sich nett an, ist aber eine der gefaehrlichsten Staedte der Welt. Mir blieb aber nichts anders uebrig als diese Route zu waehlen und eine Nacht dort zu verbringen um tags drauf weiter nach Nicuragua zu reisen. Ein bisschen gruselig wars schon, als ich im Dunkeln am Busterminal stand. Die Leute dort waren aber alles andere als zwielichtig. Einer lieh mir sein Handy um in meiner Hostel anzurufen, ein ca zehnjaehriger Bub hat mich zum Treffpunkt gebracht und der Mann der mich schliesslich sicher an mein Ziel gefahren hat konnte mir einiges ueber Honduras erzahlen. Vor allem hat er sich gefreut dass ein paar Tage vorher SPANIEN gegen HONDURAS im Fussball verloren hat :) Die Olympischen Spiele verbinden alle Nationen!!!


Uebernachtig, ausgelaugt und muede kam ich in Nicuragua an der Grenze an. Ein Durcheinander vom Feinsten. Wir mussten alle aussteigen, Rucksaecke auspacken und zur Kontrolle marschieren. Derweilen bist du von ca 100 Leuten umgeben die irgendetwas verkaufen wollen, dich um Geld anbetteln oder Waehrungswechsel anbieten. Nachdem ich mir meinen Weg durchgeboxt hab und endlich vorne an der Kontrolle angelangt war kam ein Mann auf mich zu und meinte: neee... passt schon! kannst wieder umdrehen, wir fahren weiter! WAAAS??? warum bin ich nochmal ausgestiegen??? Manchmal ist hier alles ein bisschen verrueckt. Ich liebe und hasse es. Keine Deutsche Gruendlichkeit aber es ganz schoen verunsichernd wenn man dann ohne Eingangsstempel im Bus sitzt und nicht weis ob das ez alles so seine Richtigkeit hat!!


Die Landschaft hat sich veraendert. Statt Kristallklarem Wasser, weissem Sand und Muecken sieht man im Norden Nicuraguas Berge, satt gruene Landschaften und viele Kuehe. Ziemlich abgemagerte.. In Granada hab ich mir zum zweiten Mal Bedbugs, zu deutsch: Bettwanzen eingeholt. Ein Parasit wie er im Buche steht! Ich hasse sie und sie lieben mich! Wie die Muecken... Seit Wochen frage ich mich welchen Zweck diese Viecher in unserem Oekosystem haben?? Bitte schickt mir die Antwort oder die Loesung fuer mein Problem: DIE VIECHER! Bettwanzen sind kleine gemeine Tiere, die sich in Ritzen, hinter Bilderrahmen oder sonstigen dunklen Loechern aufhalten und Nachts rauskommen. Sie gehen nach Koerperwaerme und saugen Blut. Was oben reingeht, muss hinten wieder raus. Die Wanzen hinterlassen kleine schwarze Punkte auf dem Bett und einen voellig zerstochenen Koerper. Ein Stich der Bettwanze juckt (nach meiner doppelten Erfahrung) wie 100 Mueckenstiche. Ez koennt ihr Euch selber zusammenreimen wie ich mich nach einer massiven Attacke gefuehlt habe. Beim ersten mal haben sie meinen GANZEN Koerper maltretiert, beim zweiten mal wurde nur meine Taille in Beschlag genommen....


Zurueck zu Granada. Eine kleine Kolonialstadt die am Fuss des Mombacho Vulkans liegt und an den Nicuraguasee grenzt ist eine internationale Flaniermeile. Beim Pizzaessen hoert man saechsisch vom Tisch nebenan und beim Trinken im Irishpub kann man die Horde "Freiwilliger" aus den Staaten nicht ueberhoeren. Die Stadt wurde vom Spanier Francico Cordoba gegruendet, ein Handelsplatz vom Feinsten entstand. Sogar die Waehrung hier wurde nach diesem smarten Kerl benannt, man zahlt in Cordobas! Ein paar hunderter beim Essen sind also nix :) In Granada selbst hat mich nicht viel gefesselt aber es war schoen mal einen Tag im Internet zu verbringen mit Freunden zu quatschen und allerhand von daheim zu erfahren.


Granada war fuer mich eher ein Traveller-Umschlagplatz, was mich interessiert hat war die Isla de Ometepe. Die groesste vulkanische Insel in einem Suesswassersee!! Eine wilde Bus-, Taxi-, Bootfahrt spaeter war ich meinem Ziel schon sehr nah! Zwischen baumhausartigen Schlafsaelen und Billiardtischen hab ich mich schnell einfunden und meine Tage dort geplant. Ums relaxt anzugehen hab ich mir ein Radl geliehen und bin zu einem Wasserfall gefahren. Die beste Strasse die ich je gefahren bin! Mountainbiking im Oberpfaelzer Wald is ein Dreck dagegen1! Nach 1,5 Stunden war ich endlich am Eingang unten am Berg angekommen und nachdem ich ein paar Mark gezahlt hatte durfte ich mich auf die Wanderung nach oben machen. Auf halber Hoehe zum Gipfel des kleinen Vulkan, genannt Madera, stuerzt sich das Wasser in ein kleines Becken. Das Naturschauspiel wars wert ueber eine Stunde steil nach oben zu huepfen. Von Muecken nach unten gejagt war ich ganz schoen kaputt! Wochenlang ohne Sport durch Mittelamerikanische Tortilla, Reis und Burrito Laender ziehend war mir nicht klar wie unfit ich im Moment bin!! Hilft nichts.. irgendwie musste ich ja nach Hause kommen. Also wieder rauf aufs Radl und die Steinpiste zurueck. Wie gesagt, das war mein Ausspanntag, denn am naechsten Morgen gings um fuenf morgens los zum "Base" von "Concepcion" (Die Empfaengnis), dem groesseren der beiden Vulkane. Wenn schon Vulkan, dann der grosse den weniger Gringos machen, dachte ich mir. Jaaaaaa.. nach den ersten 40 Minuten hab ich den Bergfuehrer gehasst der losgesprintet ist als waeren 10 Loewen hinter ihm her. Nach weitern 30 Minuten hab ich mich selber gehasst, weil ich mich dafuer entschieden hab den hoeheren Vulkan zu machen. Nach der darauffolgenden Stunde habe ich den deutschen Tischtennisprofi, der mit mir hoch ist gehasst weil er deutsche Schalger gesungen hat und den Fueher zum Lauftempo gebracht hat. Nach einem kurzen Regenschauer, Wolken und gefuehlten 4 Litern Schweiss haben wir eine Pause gemacht und ich hab mich umgedreht und alleine dieser Ausblick hat alle Muehen entschaedigt! Die Wolken hatten sich verzogen und mein Blick streifte ueber die ganze Insel. Links und rechts konnte man entfernt Affen schreien hoeren und ganz nah zirpten einem die Grillen allerhand ins Ohr. Nach insgesamt 3,5 Stunden hatten wirs geschafft: 1600 UND 10 (!) Meter. Oben am Gipfel stieg einem der faule Geruch von Eiern in die Nase, die Schwefelschwaden umfingen einen und sobald man sich hinsetzt kommt es einem vor als haette jemand die Sitzheizung angeschalten.. soooo und nicht anders stell ich mir einen Vulkan vor! Unser nicuragischer Kraxler hat gemeint wir haetten sehr viel Glueck, denn normalerweise sind die Sicherverhaeltnisse nur im April so klar und unterm Jahr gibts nur ca. 15 Tage in denen es so schoen dort oben ist. Glueckspilz!! Dort oben angekommen hab ich nur ein bisschen das Gipfelkreuz und ein Augustiner vermisst :) Nach weiteren drei Stunden und hunderten von Fluechen spaeter kam ich unten zwischen Bananenstauden wieder an. Ich fuehlte mich wie ein alter Gaul der seine Knie nicht mehr unter Kontrolle hat. Eines der schlimmsten Gefuehle, wenn man denkt man klappt in den Kniekehlen zusammen wie ein Taschenmesser... Runterwaerts konnte ich ein paar Stunden an meinem Spanisch arbeiten und so hab ich erfahren, dass wir schon sehr flott den Berg rauf und runter sind denn normalerweise braucht er fuer eine Tour ueber sieben Stunden... Wegen mir haett ma uns nicht so schicken muessen :)




Blick vom Festland auf Ometepe, links CONVULCION




Falls der Vulkan ausbricht gehts DAAAAA lang



Oben aufm Berg



Noch Tage spaeter hatte ich den Berg bei jedem Schritt dank meiner Oberschenkel in Erinnerung! Vor lauter schmerzhaften und atemberaubenden Erinnerungen haett ichs fast vergesssen zu erwaehnen: der Vulkan ist 2010 das letzte Mal ausgebrochen und vor 50 Jahren hat er das letzte mal richtig gespuckt.


Gerade befinde ich mich in San Juan del Sur in Nicuragua und hatte meine erste Surfstunde! Ich bin froh wieder im Wasser zu sein. Am liebsten wuerd ich immer am Wasser bleiben.. wenn die Muecken nicht waeren :) Stehen klappt schon ganz gut mit nem grossen Brett, rauspaddeln is die groessere Herausforderung. Ich bin jedenfalls ganz stolz auf mich!









Allererster SURFTAG


Vielleicht schaffe ich es ab ez wieder haeufiger meine Eintraege zu machen... Ich hoffe es zumindest



...Mehr dazu beim naechsten mal! Hier ist Schildibrutzeit :)

Liebste Gruesse an dahoam!




Kleine Korallenlektuere der Uni Stuttgart (Bedeutung der Korallenriffe):

Riffe als Klimastabilisatoren
Riffe sind in den Kohlenstoff-Kreislauf eingebunden, indem sie Kalk binden:
Ca2+ + 2HCO3- ---> CaCO3 + CO2 + H2O
CO2 wird aus der Atmosphäre im Meer gelöst und reagiert dort mit Wasser:
2 H2O + 2CO2 ---> 2HCO3- + 2H+
Das Bicarbonation steht also mit dem im Riff ausgeschiedenen Kalk im Gleichgewicht. Bicarbonat besitzt zusammen mit anderen Ionen im Meer eine Pufferwirkung, ohne die würde der Säuregehalt im Meer stark schwanken, was die Organismen nur schlecht vertragen. Es würde sich auch die CO2-Löslichkeit im Meer ändern, was das CO2-Gleichgewicht stören und damit das Klima verändern würde.Das CO2, das bei der Kalkbildung entsteht, wird von den Zooxanthellen, den Korallensymbionten, die eine CO2-Fixierung betreiben, durch die Photosynthese direkt verbraucht. Es trägt also nicht in der Atmosphäre zum Treibhauseffekt bei. Möglicherweise kann von diesen Symbionten auch direkt CO2 aus der Atmosphäre verbraucht werden, was zur Senkung des CO2-Gehaltes führen würde. Die Zooxanthellen wirken sozusagen als Pumpe, die CO2 absaugen, so dass sich das Gleichgewicht verschiebt und die Kalkbildung beschleunigt wird.
Auch fossile Riffe verbrauchen CO2 durch die Verwitterung. Es entstehen Bicarbonationen, die zur Kalkbildung entzogen werden, so dass das CO2-Gleichgewicht und damit das Klima stabil bleiben.

Donnerstag, 26. Juli 2012

Queztales, Guatedollars oder Guacamolis

...dass ist hier die Frage! Die offizielle Waehrung hier, in Guatemala ist Queztal (1:10 Euro, gut zum umrechnen). Wir sind aber mittlerweile schon auf Guatedollars und Guacamolis umgestiegen weil sich die Waehrung hier beim Reisen staendig aendert und man sich irgendwann schon gar nicht mehr auskennt in was man zahlen muss. Guatemala hat eine sehr schwierige Vergangenheit aber ich will Euch nicht mit Politik langweilen. Ums kurz zu fassen: Erschossene Regierungsmitglieder, Korruption, erstochene Bischoeffe, nur 5 % der Morde werden Strafrechtlich verfolgt, Teilung der Gesellschaft... 1960 begann der Buergerkrieg in Guatemala. Kurz darauf erschuetterte ein Erdbeben Guatemala in dem ca. 20 000 Menschen ihr Leben liessen und ca 1 Mio. obdachlos wurden. Ich hab das Gefuehl dass die Leute hier das Unglueck verfolgt! '82 hat kam Montt durch nen Putsch an die Macht und dass war fuer Guatemala wohl der "Untergang". Man nennt diese Epoche "Verbrannte Erde". Das Militaer hat hat 400 Doerfer ausgeloescht. Es wird vermutet dass waehrend dessen 15 000 "Mayamaenner" getoetet und weitere tausende gefoltert wurden. 1996 wurde Irigoyen gewaehlt, Friedensvertraege unterschrieben und damit endete der 36 jaehrige Buergerkrieg. Insgesamt wird vermutet dass 200 000 Guatemalteken getoetet, mehr als 1 Mio obdachlos wurden und tausende einfach "verschwanden". Danach versuchte man Menschenrechtsverletzungen durch die Militaers aufklaeren, Fluechtlinge zurueckbringen und ehemalige Guerillas in die Zivilgesellschaft zurueckfuehren... Es war und IST ein steiniger Weg. Immer noch werden Menschenrechtler bedroht, Analphabetismus ist weit verbreitet, das Gesundheits- und Bildungssystem ist sehr schlecht und die Armut ist ueberall anzufinden. Im Moment bin ich in Rio Dulce. Ein Ort und ein Fluss im Westen Guatemalas mit Zugang zur Karibik (2 Stunden Bootfahrt). Unser erster Stop war Flores. Eine Insel im Peten Itza See im Norden von Guatemala. Flores ist wie eine kleine italienische Stadt in einem anderen Land. Wir schwammen im See, haben dass sauleckere "Strassenessen" am Ufer genossen und sind von da aus nach Tikal gefahren. Ausser Tikal und Flores gibts da nicht sehr viel. Es ist sehr urban, viele Farmen, Pferde ersetzen die Maschinen bei der Feldarbeit, und ausser dem Tourismus ist nicht viel in Flores. Tikal... ja... da wuerd ich mich gern wieder mehr "auslassen" :) Nach einer verrueckten Busfahrt die Gott sei dank nur 1.5 h dauerte kamen wir mitten im Jungel an. Man wandert stundenlang im Jungel umher, man hoert Voegel, Bruellaffen schreien, Tucane fliegen und auf einmal tuermt sich eine riesige Pyramide ueber dem Urwalddach auf. Man spuert dass man auf heiligem Boden ist wenn man frueh am Morgen da ist. Wir wanderten stundenlang zwischen Palmen, Nationalbaeumen und Mauern umher. Ich muss sagen, fast so beeindruckend wie Machu picchu! Aber auch nur fast. :) Die Tour war sehr interessant aber auch anstrengend. Was soll ich lang schreiben: Bilder sagen mehr als tausend Worte! kann Nachdem wir uns ein paar Tage in Flores umgeschaut hatten wars fuer uns dann auch Zeit zum Weiterreisen. Mir wurde leider der Titel "Travelking" aberkannt weil ich Morgens nie aus dem Bett komm durfte aber weiterhin den formalen Titel "Travelqueen" behalten. Man wollte mich nicht komplett degradieren deshalb den Koeniginnen Status. Da die Queen auch nur formel absegnet gibts ez nen neuen Travelpraesidenten und, und, und... nur mal dass ihr daheim wisst wies hier laeuft! Queen hin oder her... Wir sind dann alle zusammen stundenlang mit einem Collectivo (10 Mann Van) durch den Dschungel gefahren um nach Lanquin zu kommen. Da konnte ich dann die Armut hautnah erleben. Kleine Doerfer mitten im Nirgendwo, Kochen auf der Strasse, schmutzige Kinder, wir "weissen" alle zusammengepfercht in nem Auto, die Blicke. Ich kanns gar nicht in Worte packen. Mir waers vielleicht gar nicht so bewusst geworden wenn wir nicht gleich drauf in Coba gelandet waeren und der Fahrer uns an nem MC Donalds rausgelassen haette. Der Kontrast war einfach zuuuu gross! Ich konnt nicht mal was beim Mac essen weil ich immer noch die Bilder im Kopf hatte. Wie kann es sein man innerhalb von 10 Minuten zwischen Armut und Reichtum pendeln kann? In Coba fahren Land Rover rum, es gibt ein riesiges Einkaufszentrum UND DEN MC. Unser Fahrer hat uns wie gesagt einfach am MC rausgeschmissen und ist dann zum "Lunch nach Hause" gefahren, samt unseren Rucksaecken. Die Spannung stieg nach 45 Minuten ob er jemals wieder auftauchen wuerde. Tat er, und deshalb kamen wir auch Abends in Lanquin an. Lanquin is nochmal ein anders Kapitel. Wir wohnten in der Hostel Zapher die von einem daenischen Paerchen auf einen Huegel gebaut wurde von dem man eine 360 Grad Aussicht auf den Dschungel hat. Ich lad einfach wieder Pics hoch, ich kann das wieder gar nicht in Worte packen. Einfach nur wunderschoen. Ich liebe die Geraeusche, die Grillen, die Affen und was da draussen noch so kreucht und fleucht! Die Hostel war klasse, das Tubing auf den Reifen, den Fluss entlang bei stroemenden Regen war einwandfrei, aber wahnsinnig war Semuc Champey. Aussicht von der Dusche Miri beim Tuben mit nem Bierchen (Bier hier ist wie Wasser daheim!) Semuc Champey! Ja ein Naturreservat mit tuerkisgruenen Wasserbecken im Jungel, einer 15 m hohen Bruecke zum Springen und einer Tropfsteinhoehle durch die wir mit Kerzen gewandert sind. Stellt Euch vo zwischen Stalagniten preschte ein Wasserfall runter und unser Guide hat uns alle druchgeschickt! Hier kommt nun die Aufgabe an Euch: da grade SOMMER in Deutschland ist und ihr alle bei nem See wohnt muesst ihr Euch eine Kerze schnappen und mit Ihr zum naechsten See radeln. Dann zuendet ihr die Kerze an und versucht damit zu schwimmen. Am Besten Nachts, dann habt ihr den Tropfsteinhoehleneffekt. Irgendwo muss deiner einer Eurer Spezel auf Euch warten und nen Eimer Wasser ueber Euch schuetten!! Ich will Erfahrungsberichte hoeren und Bilder sehn! Ich steh hier unter Druck Leute.. hab grad den anderen davon erzaehlt und sie sind alle der Meinung keiner wird mir ein Bild davon schicken!!! Ich zaehl auf Eure Spontanitaet :) Wir hatten richtig tolle und aufregende Tage in Lanquin. Ahhhh, ich habs Schmankerl vergessen!!! Mein Bett war auf ner Gallerie im Mehrbettzimmer direkt am Fenster mit Blick IN DEN DSCHUNGEL! Wenn die Sonne einen Morgens auf der Nasenspitze kitzelt und man sich streckt mit Blick auf verschiedenste Gruentoene! Im Moment bin ich am Rio Dulce und verabschiede mich morgen von Guatemala. Meine Reiseplaene haben sich geaendert. Es geht noch weiter in den Sueden nach Honduras, Nicuragua und Salvador! Ich hab gut Zeit und vielleicht mach ich noch den Tauchschein am zweit groessten Riff der Welt :) Also, bis dahin!!!! Fuehlt Euch gedrueckt Ach ja, Checkt mal die Seite: http://www.two-vagabonds.de/ Die 2 Hallodris hab ich irgendwo zwischen hier und da getroffen und an ihre Tuere geklopft. Wahnsinnig interessante und liebenswuerdige Leute!

Dienstag, 17. Juli 2012

Uuuups! Spanisch...

Hier bin ich nun in Guatemala, dem ersten "spanischsprachigem Land". Ich zaehle Quintana Roo, den Staat um Cancun und Tulum nicht richtig zu Mexiko. Tausende von Touristen beherrschen den Staat und die vorherrschende Sprache ist Englisch. Da ich auch noch mit Australiern, Daenen etc reise kommt mein Spanisch einfach zu kurz. Die letzten Tage hab ich auf Caye Caulker verbracht, einer Insel in Belize (dem einzigen Land in Centralamerica in dem Englisch die Amtssprache ist) dirket neben dem Blue Hole.

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/6/61/Great_Blue_Hole.jpg/250px-Great_Blue_Hole.jpg

Puh... wir haben dort aufregende Naechte und Tage verbracht. Englisch ist vielleicht ein bisschen uebertrieben, denn hier wird Kreol gesprochen. Eine Art Reggea-Bob Marley Sprache. Ich hab das Gefuehl dass die Locals hier ein Klein-Jamaika aufgebaut haben. Was kann man also machen um die Leute und das Land besser kennen zu lernen? Richtig! Das gleiche oder das selbe wie bei uns in Bayern: Man geht zusammen was trinken. Nach 4 Tagen haben wir unser "Jaaaaa man!"-Englisch soooo auf Vordermann gebracht dass wir uns sogar untereinander nur noch in "Moechtegern-Kreol" unterhalten haben!

Wie bringe ich Euch nun die Kultur und dass Lebensgefuehl naeher? Die Insel is nicht wirklich gross und die meisten Leute arbeiten auch darauf. Was machst du also Wochenende wenn du hier geboren bist, die 8 x 3 km grosse in und auswendig kennst und es am "Split" (siehe Foto) eine Nachmittags-Happy-Hour gibt in der es Cuba fuer 1 Euro gibt? Ja.... trinken, tanzen, chillen und schnorcheln im zweit groessten Riff der Welt.

Zu den ersten zwei Punkten: Wir Deutschen sind ja ein wenig steif in der Huefte und obwohl ich gerne und viel tanze war mir dass wirklich zu viel. Ich war richtig froh dass ich abends nur mit "meinen Jungs" unterwegs war, ansonsten waere ich wohl auch "gedaggert" worden. Hier mal eine kleine Kostprobe von "serious daggering":

http://www.youtube.com/watch?v=2WYQQRMLtcc

Ums kurz in Worte zu packen: Vergewaltigung in Kleidung, ob gewollt oder nicht!




"Split" Seit 1961 ist die Insel in zwei Haelften geteilt. Hurricane Hattie is Schuld daran. Direkt am Split ist die gut besuchte Nachmittagsbar "Lazy Lizard". Reggae und Rum...




Shani und ich auf der "Daggering Beauty"




Zu den restlichen Punkten: bester Schnorcheltrip ever here!!! Wir waren auf nem Segelboot und sind zum Riff geschippert. Dort haben sie dann Fische ins Wasser geschmissen bis ploetzlich schnappende Haie aus dem Wasser geschossen kamen und unser Captain gemeint hat: "ab ins Wasser Leute"! Was fuer ne Erfahrung!!!! Schwimmen mit Haien, Rochen, Schildkroeten und tausend bunten Fischen!!! Am Abend gings dann mit gehissten Segeln, Reggae Tunes und ner massiven Ladung Rum zurueck zur Insel.


Hoffentlich kann ich Euch bald mehr Wissenswertes ueber die Traditionen und die Kultur von Guatemala erzaehlen.. Hoffentlich ohne Daggering!

Freitag, 13. Juli 2012

Mehr Bilder



Tulum



Warum opfert man Jungfrauen?

"How are ya FEELING, maaaaan?" hoert an von jeder Ecke der Strasse. Bin mittlerweile mit ner witzigen Truppe aus Englaendern, Daenen und Aussis hier in Caye Caulker angekommen. Man hat das Gefuehl hier wohnen saemtliche Nachfahren Bob Marleys. Die Cayes (gesprochen: kiis) sind meist nur 1.5 km lang und Belize Staat ist auch nicht groesser als Hessen. Die Amtssprache hier ist Englisch, bzw Kreol (das Jamaika-Reggae-Englisch, das wir alle kennen) und gezahlt wird in Belize Dollar. Fest 1:2 gekoppelt an den US Dollar.. und so aehnlich sind auch die Preise. Goenn mir hier ein paar Tage Spanisch Pause zum Schnorcheln. Direkt vor uns liegt das beste Tauchgebiet der Welt: Das Great Blue Hole.

Die letzten Tage habe ich in Tulum verbracht wo ich auch die Witzbolde, die grad mit mir hier sind getroffen bzw teilweise wiedergetroffen habe. Tulum ist eigentlich ein kleines Kaff aber jeder reist an um die Maya Ruinen direkt am Wasser zu bestaunen. Hatte dort ne richtig gute Zeit. Perfekt zum Recovern und auf die Beine kommen.

Die 350 x 170 m grosse Anlage der Ruinen liegt wie gesagt direkt an der Karibik und war frueher ein religioeses Zentrum, dem Stern Venus gewidmet. 1518 kamen die ersten Touristen nach Tulum. Die Spanier segelten vorbei und meinten: ...Eine Stadt so gross, dass Sevilla nicht bedeutend oder besser erscheinen mag". Trotzdem sind sie nicht an Land gegangen die Hosenscheisser. Erst knappe 30 Jahre spaeter kamen sie zurueck mit Waffen und sonstigem Gepaeng und haben die Mayas vertrieben. In der Naehe gibt es auch eine Cenote. Cenotes sind kalksteinhaltige Hoehlen, die mit Suesswasser gefuellt sind, teilweise unterirdisch zum Tauchen, teilweise oberflaechlich. Heute ein beliebter Ort um die Unterwasserwelt zwischen Stalakniten zu besichtigen war es frueher eine Opferstatte. Ahhhhh.... ich glaub das hab ichs letzte mal schon erwaehnt, ne? Bin hald immer noch sehr fasziniert davon... Hier mal ein paar Bilder..

Chichen Itza, die Hauptpyramiede






Eine der Cenoten...






Die Jungs beim Steakgrillen

Ich wuerde Euch auch gerne ein bisschen mehr ueber die politische Lage Mexikos erzaehlen da erst vor ein paar Tagen die Wahlen waren. Beim Durchfragen von "Tiendabesitzern" bis zu einer Frau von Amnesty, bin ich aber auf wahnsinnig unterschiedliche Ansichten gestossen. Wenn ich in nem Monat wieder zurueck bin in Mexiko werd ich vll schon mehr erfahren haben und kann euch ein bisschen was erzaehlen.

Montag, 9. Juli 2012

Blues und Grippe

Nach dem ich das Paradies, die Isla mujeres (Insel der Frauen) schweren Herzens verlassen habe bin ich weiter nach Playa del Carmen. DER HONEYMOON Urlaubort schlechthin. Bei der Ankunft hab ich mich schon ein bisschen k.o. gefuehlt und bin an den Strand um dort ein bisschen zu schlafen. Zuruck in der Hostel hab ich dann wieder geschlafen und bin nachts dann mit nem fetten Husten aufgewacht. Oh no!! Eigentlich wollte ich mir dann nur schnell was kaltes an der Bar holen als mich die Englaender ansprechen, die ich in Cancun kennen gelernt habe. Medicos... hahah perfekto! Alle Sympthome wurden durch gesprochen und danach beschlossen wir dass ich doch nen Sprung mit weggehen kann. Schliesslich war Samstag und wir waren in Playa! Groesster Fehler! Nach 3 Stunden Schlaf musste ich aufstehen weil ich mit der Horde Israelis nach Chichen Itza fahren wollte. Husten, Schnupfen, Ganzkoerperschmerzen dass volle Programm und hinzu kam noch der "Isla mujers Blues". Will Euch trotzdem mal ein bisschen was drueber erzaehlen. Vielleicht lag es an meinem Zustand dass ich nicht sooo beindruckt war, wobei mir schon einige erzaehlt haben dass es sich nicht so recht lohnt. Touriort eben. Chichen Itza ist neben Tulum die meistbesuchteste Maya Ruine in Mexico. Wahrscheinlich weil sie direkt neben der Maya Rivera liegt. Man weiss nicht genau wer oder wann die Stadt erbaut wurde. Die ersten Inschriften stammen aber aus dem Jahr 842. Chichen Itza heisst soviel wie "Stadt am Rande des Wassers". Da es aber keine Fluesse oder aehnliches hier gibt wird vermutet dass damit die Cenotes gemeint sind. Suesswasserhaltige tiefe Hoehlen. In Chichen wurden dort auch Jungfrauen geopfert um fuer Regen zu beten. Diese Mayas. Da sind mir die Bolivianer schon lieber. Soweit ich mich erinnern kann hat uns der Man auf der Isla de Sol erzaehlt sie legen Algen ans Festland, weil diese dann austrocknen und ihnen der Himmel Wasser zurueck gibt... dann regnets. Zurueck zu Chichen. Die Stadt war der maechtigste Stadtstaat Yucatans. 1400 wurde die Stadt dann verlassen. Es gibt verschieden Hypothesen dazu. Die Spanier zogen ins Land oder doch eine Krankheit? Interssant an allen Maya Bauten ist die astronomisch-astrologisch Exaktheit und Zahlenmystik. Fuer mich wirklich eine Mystik, ihr wisst ja wie ich zu Zahlen stehe :) Die grosse Pyramide in der Mitte um die sich alles dreht "Kukulcan-Pyramide" wird von 2 riesigen Schlangenkoepfe an jeweiligen Treppen bewacht. Es gibt vier Treppen, in alle vier Himmelsrichtungen. Diese sind alle 33 Fuss breit und haben 91 Stufen plus die Sockelstufe. Heisst: genauso viele wie wie ein Jahr Tage. Eine Pyramide hat 9 Plattformen, die die 9 Ebenen der mayanischen Unterwelt praesentieren. Und so weiter... 2 mal im Jahr ereignet sich hier ein Spektakel. Die Kukulkan Pyramide ist genau auf den Einfall der Sonnenstrahlen der Tag und Nachtgleiche Ausgerichtet. Am 20. Maerz und am 21. September treffen sich hier tausende von Menschen um zu sehen wie sich ein Schattenband neben den Treppen entlangzieht. Da unten jeweils ein Schlangenkopf den Eingang bewacht sieht es dann so aus als wuerde sich eine gigantische Schlange die Treppe runterwaelzen.
Danach waren wir noch an einer weiteren Zenote aber da wars bei mir eigentlich schon vorbei.. bin hinter den anderen hergetrottet und wer mich krank kennt weiss wie ich dann bin :) Zurueck in der Hostel musste ich dann neben den Medikamenten die ich eh schon eingenommen hatte noch irgendeine hebraeische Wundertablette einnehmen. Konnte nicht mal sehen was der Wirkstoff is weil die komplette Packung von mit hyroglyphen war aber tataaaaaa... es hat geholfen.

Verlasse Playa also mit zwei lachenden Augen und melde mich bei euch dem naechst wieder.

Mein heutiges Danke geht an meinen Hausarzt :) sein Apothekenschrank ist mein Apothekenschrank!

Besitos, Miri

Freitag, 6. Juli 2012

Zwischen Contoz und der Isla de mujeres...







Warten bis der Regen weg ist!