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Dienstag, 12. August 2014

Pflege, Curriculum und Melbournes Gastfreundschaft

Al Green trällert wieder einmal im Hintergrund. Es ist 10:00 pm, die Heizung ist an und ich hab mir ein Glas Vino eingeschenkt. Das Glas muss ich bis ins Unendliche geniessen und am Besten wäre wenn man es noch auswinden könnte, da ich für die Flasche 15 Euro gezahlt habe :)

Schon fast drei Wochen im regnerischen/windigen/sonnigen Melbourne! Mittlerweile weiss ich wie ich mit der Wettersituation umgehen muss. Zwiebellook, Sonnenbrille und Brelly (Regenschirm). Gerüstet für ALLES fahre ich jeden Tag um acht in die Uni und komm meistens zur gleichen Zeit Abends wieder nach Hause. Es gibt einfach viel zu viel zu lernen, zu hören, zu erkunden und ich bin ehrlich gesagt sehr gerne dort.

Mein Vorhaben, Euch meinen "Arbeitsalltag" und vor allem das Curriculum für nursing zu erklären, habe ich mir fast schon wieder aus dem Kopf geschlagen, aber ich will es dennoch versuchen.

Nursing: Wie im letzten Eintrag schon kurz angeschnitten ist die Ausbildung hier ein Bachelorstudiengang der drei Jahre lang dauert. Allerdings gibt es verschiedene Wege.

1. Man kann ein Diploma of nursing machen und ist dann eine "enrolled Nurse". Dieses dauert 18 Monate. Früher hiess dass: Division 2 Nurse. Damit ist man befähigt die Pflege am Patienten auszuführen aber man darf keinerlei Medikamente vorbereiten oder verabreichen, genauso wenig darf man Pflegeplanungen erstellen. Mit diesem Abschluss kann man sich allerdings an der Uni bewerben und wenn man Glück hat kann man ein Semester anerkannt bekommen. Um die nötigen Credits zu bekommen, müssen allerdings die gelernten Themengebiete mit denen des 1. Semester an der Uni übereinstimmen. Falls dies der Fall ist wird man ins 2. Semester befördert.

2. Bachelor (Früher Division 1 Nurse). Nach erfolgreichem Abschluss des dreijährigen Studiengangs ist man dann eine "undergraduate Nurse". Dem kann dann ein "postgrad" Studium angeschlossen werden, welchem dann wiederum der Master aufgesetzt werden kann, was wiederum zum PhD führen kann. Ein "Doctor of nursing" ist in Deutschland einfach sowas von selten. Gibts die überhaupt schon?

Eine weitere Besonderheit ist das "nursing board". Wenn man so will eine Pflegekammer. Hier in Australien heisst die Organisation "Australian Health Practitioner Regulation Agency" (AHPRA). Sie sind verantwortlich für die Registrierung aller Krankenschwestern Australienweit und die Anerkennung des Curriculums der jeweiligen Unis. Vor AHPRA gab es je State (mein Wohnsitz ist in Victoria) ein Board. Vor drei Jahren wurde dies zusammen mit anderen Berufen unter einem Schirm zusammengefasst.
>>Aboriginal and Torres Strait Islander Health Practice Board, Chinese Medicine Board, Chiropractic Board, Dental Board, Medical Board, Medical Radiation Practice Board, Nursing and Midwifery Board,  Occupational Therapy Board, Optometry Board, Osteopathy Board, Pharmacy Board, Physiotherapie Board, Podiatry Board, Psychology Board<<

Zum Thema Registrierung: Man zahlt jährlich 140 $, muss einen "Work-with-children" Pass haben, ein sauberes Führungszeugnisse und Englischkenntnisse nachweisen.

Hier der Link dazu:  http://www.ahpra.gov.au/About-AHPRA.aspx

Sollte jemand von Euch eine Australische Pflegekraft kennen, kann er sie dort finden, nachlesen wann sie registriert wurde, was ihre Fachdisziplin ist und ob sie Dreck am Stecken hat. Oh ja! Ein Beispiel: wenn ein Mitarbeiter Alkoholmissbrauch betreibt kann die Leitung AHPRA informieren. Dies kann (je nach Fall) bis zum Gerichtstermin gehen. Einem Alkoholkranken würden sie aber auf jedem Fall den Zugang zu Medikamenten verwehren und genau dass würde in der AHPRA-Akte stehen, welche der Öffentlichkeit auf oben angeführter Website zugänglich ist.

Die Akkredierungskriterien werden alle drei Jahre überarbeitet und von AHPRA geprüft. Heather, unsere Curriculumsbeauftragte hat mir gestern knappe 3 h in einem zackigen Tempo erklärt wie die Standards und die Anerkennung funktioniert und mich mit 3 übelst dicken Ordner zur Vorlesung entlassen. Uffff..... Gott sei dank war die Abendvorlesung über "Dual Diagnosen" super witzig und entspannt!

Ein weiterer interessanter Aspekt ist die praktische Ausbildung. Da die Studenten nur einmal pro Jahr ein "Clinical Placement" auf Station mit Supervision haben (mehr dazu wenn ich mal auf Station rumgesaust bin) sind sie natürlich nicht so fix mit Pflegehandgriffen. Um dies auszugleichen wird jeder Handgriff, von der Mobilisation bis hin zum extremsten Notfall an Dummies geübt. Und an denen kann man tatsächlich alles üben! Vom Kathetern, über Magensondenlegen bis hin zum Intensivszenario. Hoffentlich liest keiner von meinen Studenten mit, denn in irgendeinem Training wird SIMman durch mich zum bayrischen Grantler :)

Leider kein Video von RMIT sonder von der Nachbaruni: https://www.youtube.com/watch?v=7tu-m0xJjxw



Die erste Woche habe ich ja schon kurz im letzten Blog angeschnitten. Nachdem ich also "set" und ready to go war ging es gleich los. Hatte am Freitag meine 1. Vorlesung. Publikum war ein wahnsinnig geduldiges und freundliches 2. Semester. Thema war Altern in Bezug auf die physiologische Entwicklung. Meine junggebliebene, fast sechzigjährige Supervisorin ist nach der Vorstellung meinerseits vorsichtshalber neben mir stehen geblieben, sollte ich Sprachdefizite haben. Da das Thema unter andrem auch negative Aspekte des Alterns beinhaltet musste ich, mit Mikrophon am Hemd, laut loslachen als ich in Ihr fragendes Gesicht blickte als ich von krummen Rücken und steifen Gelenken sprach. Ab dem Moment war meine Anspannung vorbei und ich war im Redefluss :) Jenni, wenn du mit liest: nochmal Danke für das Vertrauen :)

Mit dem "Head of Disciplin" also der Rektorin der Schule habe ich dann meine darauffolgende Woche durchgeplant. Eine komplette Woche Observation! Dass heisst ich darf mich in alle Vorlesungen reinsetzen um einen Einblick zu bekommen was, wann, wie, durch wen gelehrt wird. Ich lerne und profitiere so unendlich davon! Zum einen weil ich sehr viel fachliches Lernen kann (einige Abendvorlesungen werde ich sicherlich weiterhin nach meinem Arbeitstag mitnehmen) und zum anderen weil ich sehr viel über Didaktik, unterschiedliche Methodik und Unterrichtsphilosophie erfahre.

Man arbeitet hier mit der Taxonomie nach Blooms. Also ähnlich wie es uns an der KsFH gelehrt wurde. Schaut es einfach selber nach :) Lernziele werden tatsächliche visualisiert, Überblick vor Vorlesungsbeginn gegeben, Kontrollfragen (wie z.B. in der Vererbungslehre anhand Harry Potter) bei langen Vorlesungen auch zwischendrin gestellt und danach Platz für offene Fragen gestellt. Oft wird auch mit einer kleinen Wiederholung der letzten Stunde angefangen. Find ich alles sehr gut! Leider gibt es wie auch daheim technische Probleme, z.B. werden die Vorlesungen teilweise nicht aufgenommen weil irgendein Micro spinnt etc. In den meisten Vorlesungen ist man nicht zur Anwesenheit verpflichtet was sich, auch wie daheim, in der schwächten Teilnehmerzahl widerspiegelt. Die Labs (also das Üben von Techniken, Maßnahmen oder Erarbeiten von Fallstudien) ist so gut wie immer verpflichtend.

Auch interessant ist, dass es nicht nur eine Klausur zum Semesterende gibt sondern eine 1. Hürde ohne Note, ein mid-semester Test, ein schriftliches Assignment (eine Art Hausarbeit) und dann noch die Prüfung am Schluss die meist mit 50 % gewertet wird.

Heute hatte ich eigentlich einen Tag Observation, wurde aber gleich eingespannt und einer Gruppe vom 6. Semester zugeteilt um mitzumischen. Hat richtig Spass gemacht. Ihr merkt: Ich bin überall ein wenig dabei. So auch beim Intensivkurs. Im dritten Jahr kann man zwischen mehreren Kursen auswählen und je nach eigenem Interesse einen davon belegen. Im Topf ist auch Specilty nursing, Heisst Intensivpflege. Da ich lang genug dort gearbeitet habe gebe ich in dem Fach jeden Freitag Tutorials. Die Studenten bearbeiten einen Fall und ich gehe von Platz zu Platz und helfe aus, beantworte Fragen etc. Problemorientiertes Lernen. Allerdings muss ich gewaltig vorbereiten weil deren Wissen genauso gut ist wie dass einer Deutschen Intensivschwester mit Fachweiterbildung. Am Freitag machen wir ne Fallarbeit zum Thema Beatmung und der "Case" hat es wirklich in sich. Das fantastische ist dass jeder Fall an dem vorhergehenden anknüpfen wird. Unsere Patientin ist letzten Freitag im ER aufgeschlagen und hat Pneumonie und Asthma. Nächsten Freitag wird sie dann im Verlauf (dass wissen die Studis noch nicht) intubiert und am Ende des Semesters steht bei einem unserer zwei Fallbeispiele Organtransplantation bevor. Dass wissen sie auch noch nicht hahahahaha Der Fall wird von Woche zu Woche neu erfunden, dass macht Spass und ist jedes Semester kniffelig.





So jetzt reicht es aber mal mit Uni/Pflegegeschwader

Melbourne an sich soll ja nicht vergessen werden. Am Sonntag war RMIT open day. Ups... schon wieder ein Uni-thema :) RMIT hat, wie letztes mal erwähnt, 3 Standorte. City, Brunswick und Bundoora (meiner). Am open day konnte man auf jeden Campus gehen uns sich die verschiedenen Fakultäten ansehen. Da ich in Bundoora nicht unbedingt gebraucht wurde, da dass ganze seit langem geplant war, habe ich mich entschieden den City Campus mit seinen ganzen Kunst und gestalerischen Zweigen auszuchecken. Unterstützung bekam ich von einem Amigo aus Melbourne, den ich beim Reisen vor zwei Jahren kennen gelernt hab.  Er hat selbst Kunst dort studiert und mir einen fetten Einblick mit noch fetteren Insidern verschaffen :) Danke dafür Matt!

https://www.youtube.com/watch?v=r0wvHxOM-Po


Die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft in Australien ist einfach unglaublich. Überall wird man eingeladen, jeder will irgendwie behilflich sein. Mein aktuelles Lieblingsbeispiel ist an der Tram Haltestelle auf dem Weg in die Stadt passiert. Ich hab nicht verstanden was die digitale Anzeige von mir wollte. Irgendwas wegen ner Rally, die Autos haben sich ewig zurückgestaut und die Tram war nirgends in Sicht. Also hab ich einen weiteren Wartenden um Hilfe gebeten. Ich hab ihm erklärt wo ich hin muss, dass ich kein Internetfähiges Handy hier habe um die Linien zu checken und gefragt ob die Tram da hinfährt wo ich hin will. Lächelnd hat er mir erklärt dass es nur zu Verzögerungen kommt und er selbst nicht weiss warum die das mit der Rally einblenden. Eine Station vor meiner Destination kam er in der Trambahn aus dem Nirgendwo angeschlichen, tippt mir auf die Schulter und meint: bei der nächsten musst du raus. Wollt dir nur Bescheid geben. Brauchst du noch ein Handy um jemanden anzurufen oder kommst du klar? What? Ich bin auch hilfsbereit aber so sweet war ich noch nie! Hiermit fordere ich zu mehr Zivilcourage in München und aufm Land auf! Schaut in hilflose Gesichter, nehmt die Leute mit, fragt nach ob alles verstanden wurde!


Hab ich schon erzählt dass ich am Strand war? Melbourne liegt ja am Ozean, um genauer zu sein, im Südlichen Ozean, zwischen der Great Australian Bight und der Tasmanian Sea. Dort war ich aber nicht.. Ich war nur in der Bay und zwar genau EINMAL. Kann gar nicht glauben dass das Fakt ist. Ok, am Wochenende vielleicht wieder. Es war wuuuuuunderschoen! Dass Wetter hat mitgespielt, die kühle Meerbrise hat mir die Haare und den Kopf zerzaust & die Sonne hat mir das Herz aufgewärmt. Die ganzen Skaterkids und Renten flanieren in St Kilda zwischen irischen Backpackern Hippies am Pier entlang. Aber an dieser Stelle sagen glaub ich Bilder mehr als Worte


State Library Melbourne mit fleissigen Studenten

Meine Casita, Besuch aus Deutschland gern gesehen :)



Mein wunderschöne Nachbarschaft in Northcote. Aufi auf'n Berch: Bars, Café's, Bars
 

Blick bei schönem, noch raren Wetter von meiner Tram-Haltestelle in Northcote



St Kilda, Bay, Strand, Sonne


Skater, Radler, junge Leute und alte Semester



Community gardening. Ein Verein bei dem man Pflanzen kaufen kann, selbst anpflanzen kann und am Wochenende ein Gemüseverkauf


 Ganz professionell in der Arbeit. Ich freu mich aufs älter werden.... :)


 Skulpturenpark in den  Dandenong Mountains, west-nördlich von Melbourne GBD. Zu Besuch bei meiner Mentorin. Die Gastfreundschaft hier ist einfach immer wieder unglaublich!


Blick von den Dandenong "Mountain". Ist bald nicht Bayern, ge?

Das war mein Wort zum MITTWOCH. Ja, ich bin Euch schon einen Tag voraus :)
Smooooch! Miri

Samstag, 2. August 2014

Kaffeesnobs & 4 Seasons a day

Wo fange ich an? Am Besten damit, die Tastatur/Sprache an meinem Mac auf Deutsch umzustellen sonst bekommt Ihr Dank Autokorrektur einen wunderbaren Kauderwelsch aus Australien verabreicht.

Melbourne. Endlich.
Für die, die es nicht mitbekommen haben: Ich wollte schon seit Jahren hierher um zu arbeiten. Aber unser Examen der Krankenpflege ist dank unserer wundervollen, deutschen Nicht-akademischen-Ausbildung hier nicht anerkannt. Dass hätte geheissen: zahlen, nachholen und dann irgendwo in einem Altenheim anfangen... Und ihr wisst wie sehr ich an der Intensivstation hänge. Hoffe ich :)

Melbourne, liegt in .... Genau: Australien. Und zwar im Südosten des Landes, im Bundesstaat Victoria. Mit seinen insgesamt 4,25 Million belegt die Stadt den zweiten Platz hinter Sydney. Hier mal ein kleines Bild. Roter Pfeil = Miriam. Südlich von mir liegt noch Tasmanien, hier auch "Tassie" genannt.



Die Zeitung "the Economist" hat Melbourne mehrere Jahre hintereinander zur "most liveable city", also zu lebenswertesten Stadt der Welt gewählt. Und ich muss sagen, man kann es hier definitiv aushalten.

Die ersten Tage bin ich bei Freunden untergeschlüpft. So eine Gastfreundschaft wie hier habe ich selten erlebt. Die organisatorischen Geschichten wie Bankkonto,  australische Telefonnummer und Fahrkarte für die Öffentlichen Verkehrsmittel waren ziemlich simple und schnell organisiert und innerhalb eines Tages hab ich mich schon wie ne kleine Melbournian gefühlt :)

Melbourne an sich besteht aus mehreren Zonen. Downtown, hier GBD genannt, Inner Melbourne und Greater Melbourne.

Das ist das GBD:
Wir befinden uns auf dem Federation Square, erbaut: 1968 Links: Das gelbe Gebäude in der Mitte ist Flinders Bahnhof, ziemlich rechts is ne klein Kirche, die St. Pauls Kirche. Hab den "Türsteher" gefragt seit wann diese Katholische Kirche schon besteht. Oha, da hab ich einen strafenden Blick bekommen. Anglistisch, Fräulein hahahahaha

Die Straßen sind angeordnet wie in den Staaten. Lauter kleine Vierecke, Blocks. Tram- oder Bushaltestellen heissen dann eben: Brunswickstreet/Alberstreet. Man steigt quasi an der Kreuzung aus. Ich checks leider immer noch nicht ganz. Deshalb setzt ich mich immer vorne rein und frag den Fahrer ganz artig ob er mir sagen kann wann ich raushüpfen muss. In den "Öffentlichen" gibt es auch keine Anzeigen, dass wiederum heisst: man zählt die Stops, weil man weiss dass man Stop 49 aussteigen muss oder man hält bei jeder Haltestelle den Kopf raus und schaut auf das Schild an der Haltestelle. Gestern hat der Busfahrer erst mal sein Handy und Googlemaps gezückt als ich Ihn nach meiner Haltestelle gefragt hab. Die Locals checken es also auch nicht wirklich, glaub ich :)

Hier ein Bild von nem typischen Haus in "Inner Melbourne". Das wäre in Münchner Verhältnissen der erste Ring, also die Lage in der meine alte, wunderbare Altbauwohnung liegt. Was hat man hier? Ferienhausartige Holzhütten. Ich muss mir jedesmal wieder das Lachen verkneifen. Es reicht völlig aus, hat immer genug Zimmer und sieht supersweet aus. Aber ich stell mir München oder auch die hügelige Oberpfalz vor und dann macht es keinen Sinn mehr. 


Vegan, Glutenfrei, Organic... Dass sind hier die hippen Wörter. Auf jeder Packung steht mindestens eines der drei drauf. Es ist auch wirklich nicht schwer hier Vegetarier oder Veganer zu sein, denn an jeder Ecke gibt es Vegi-restaurants, fast soviele wie in München Biergärten :) Der Trend zum gesunden Leben wird hier nicht nur von der Regierung gepusht sondern von den jungen Leuten gehypt. Jeder, und ich meine tatsächlich fast alle, die ich kennen gelernt habe, sind Künstler, Musiker, oder organisieren in Ihrer Freizeit Demonstrationen (auch Ladys mit denen ich arbeite!) und sind irgendwo engagiert. Man kommt sich direkt faul vor, wenn man mal einen Abend zuhause bleiben will. Ja, ich bin seit knapp über einer Woche hier und ich wollte heute mal zuhause bleiben. Auch diese Tage gibt es manchmal in meinem Leben :) 

Kaffeesnobs... so heißt ja der Titel der ganzen Story hier :) Melbourniens sind Kaffeefeinschmecker. Oder zumindest tut jeder so. Ich hab von Leuten gehört dass sie 3 mal einen Kaffee im Café  zurückgegeben haben weil er nicht so war wie er sein sollte. Natürlich ist der Kaffee auch immer organic! Ich geb schon zu, ich als exzessive Kaffeetante liebe es ja. Es wird ein riesen Tamtam aus dem schwarzen Gold gemacht :) Der Barista nimmt sich natürlich die Zeit die Bestellung bis ins kleinste Teil mit dir durchzugehen. Ich wusste nicht mal dass es Milchsorten wie "Reismilch" gibt, die ich in meinen Kaffee tröpfeln könnte! Selbstverständlich kann der junge, super hippe Barista mit seinen selbstdesigneten Unterarmtätowierungen und seiner langen Mähne, die lässig unter der Beanie (Mütze) hervorspitzt sagen woher die Bohne kommt und ein Muss ist natürlich das Rösten vor Ort. Hach... wie ich es liebe. Ein bisschen zum Schmunzeln ist es schon, aber ich sag Euch eins: wenn ich zurück bin werde ich mit dem Uni Kaffee am Eck ein ernstes Gespräch führen müssen... :)

Streetart wird in Melbs auch sehr gross geschrieben. Die "Croft Al." is zum Beispiel eine, von der Regierung freigegebene Gasse in Chinatown (!!ja, es gibt ein Chinatown hier!!),  die von Künstlern aus der Stadt wechselnd gestaltet wird. Am Ende der Gasse befindet sich eine Bar, das Croft Institute. Sehr fantasievoll, gruseliges Ambiente mit knackigen Preisen. Einen kleinen Cocktail, in Bayern sagt man: "a Maul voll", hab ich mir zubereiten lassen und druckfrische 20 $ dafür hingeblättert. Ich habe jeden einzelnen der gefühlten vier Schlücke (benutzte das Wort glaub ich zum ersten Mal in meinem Leben) exzessiv genossen.      --> http://www.thecroftinstitute.com




Die Facebookgemeinde kennt das Bild ja schon, ich musste direkt Lachen als ich die ganzen Daumen gesehen hab. Smooootch :) Schön dass Ihr Euch alle für mich freut, ich freu mich auch für mich :)

Mein 1. Arbeitstag in der Uni hat gut angefangen. Die Sonne hat vom Himmel geblinzelt und der Wind hat meine Frisur auch nicht gänzlich zerstört. Schon mal Top!

Ich arbeite an der RMIT, dem Royal Melbourne Institute of Technology, auf dem Campus in Bundoora. Habe mich vor ein paar Monaten spontan bei mehreren Australischen Unis beworben und an der RMIT wurde so herzlichen via Mail aufgenommen dass ich mich dafür entschieden habe.

Gegründet wurde die Uni 1887, von Francis Ormond. Neben dem Hauptstandort in der City gibt es eben noch den Campus im Norden an dem ich arbeite, einen in Brunswick (bei den hippen Baristas), den Fisherman Bend, den Hamilton, den Lakes Entrance Campus und den Point Cook Standort. 

Dann gibt es noch zwei Standorte in Asien und einen kleinen in Barcelona und Genf. Eine Zusammenarbeit besteht mit irre vielen Deutschen Firmen, wie DLR, Lufthansa, Audi.....

An den verschiedenen Standorten pauken insgesamt über 60 000 Studierende in Technologie, Design, Business, Kommunikation, Gesundheit und Urban sustainable futures. 


--> Link zum Berieselungsvideo der Uni       https://www.youtube.com/watch?v=v5xSGVdHx50





Ja, wir sind rauchfrei. Es gibt auf dem ganzen Gelände 2 ausgewiesene Raucherstandorte, schön mit weisser Linie aussen rum.


Mein Büro: es fehlt mir ein klein wenig ein Fenster, aber da ich mich bis jetzt nicht so oft im Office am Stück aufgehalten habe nervt es mich auch noch nicht. Die Bücher? Ja, alles meins. Ich plane grad schon eine Vorlesung für nächste Woche, die ich aber voraussichtlich nicht selber halte sondern erst mal vorbereite. Die Ausbildung ist in 3 Jahre aufgeteilt, jeweils 2 Semester. Wir sind schon im in der Woche III im zweiten Semester angekommen. 
Meine Kollegen, die Professoren sind aller wahnsinnig nett, freuen sich dass ich ein bisschen mitmische und da ich ja auf Intensiv gearbeitet habe, bereite ich ab Montag auch noch die Intensivstunden für das letzte Semester mit vor und unterrichte im Sim-Lab. Dazu aber mehr wenn ich tatsächlich auch weiss was ich da genau zu tun habe. Briefing, Action, Debriefing is bisher was ich mitbekommen habe. 

Ich glaub über das Curicculum und Nursing in Australien und was meine Themen so sein werden erzähl ich beim nächsten mal etwas. Nur so viel sei schon mal gesagt: Meine Lehrprobe wird sein: "Sexuality und emotional development" vor 230 Schülern. Das ganze wird auch Video- und Audiogetaped hahahahah ich lach jetzt schon. Dr. Sexualspezialist Häusler aus good old Germany... 


Bundoora Campus, Hauptgebäude im Regen.



Da komm ich doch gleich zu den "4 saeasons a day", also den 4 Jahreszeiten an einem Tag. Donnerstag und Freitag war tatsächlich krass. Morgens um 7:00 bin ich mit den Sonnenstrahlen aufgestanden. Es war bitterstkalt, aber sobald die Sonne da war, wars ok. Also ich Mittags Essen gegangen bin hast wie verrückt gestürmt. Als ich endlich meinen PC installiert bekommen habe (IT Prozesse dauern genauso lange hier wie daheim... Tsss) und mein Emailkonto eingerichtet hatte kam mit meiner Begrüssungsmail eine Wetterwarnung: Starker Wind, bis zu 70km/h. Bitte keine Autos unter Bäumen parken). Oha! Abends als ich dann raus bin hat es so stark geregnet dass mich ne Kollegin bis zur Tram mitgenommen hat. Gestern dann gleiches Szenario, nur dass es Abend so gewaltig gerumpelt hat dass ich ehrlich gesagt kurzzeitig nicht das Haus verlassen wollte...

Also an dieses Wetterzinober muss ich mich erst noch gewöhnen. Heute kann es regnen, stürmen oder schneien... Ich strahl einfach selber wie der Sonnenschein :)


Kuriositäten beim Einkaufen: Also Zigaretten sind wahnsinnig teuer. Die Schachtel gehört meinem Mitbewohner, welcher mir erklärt hat dass er 22 $ dafür gezahlt hat. Rollen wie immer billiger. Aber fällt Euch "Rauchbirschala" daheim was auf? Ja, von dem "herzzerreissende Bild" (Achtung Wortwitz!) mal abgesehen? Richtig! Der Brandname steht nicht drauf! Die Tabakindustrie steht Kopf und klagt. Australiens Regierung sagt: Kein werbender Marlboro-Schrifzug wird die Schachtel zieren. Seit dem Rauchverbot in Räumen haben hier 40 % aufgehört und mit der Erhöhung der Steuern nochmal ein paar Leute mehr... 



Ein weiteres Rätsel! VEGEMITE. Jeder der schon mal mit Australiern zu tun hatte kennt das Drama wenn der Topf leer ist. Der Hefeextrakt ist schmeckt salzig, malzig und leicht bitter. Wer will dass dem Brot zum Frühstück serviert bekommen? Ich mag die Anordnung in dem Regal: Nutella oben und das Vegi drunter. Vegemite wird ausserdem in Melbourne hergestellt. Wäre es eine Überlegung wert die Brauereien in München anzustiften, Ihre Abfallprodukte nach Australien zu verkaufen? Checkt dass mal...

Hier noch ein kleines Schmankerl: Aussie Blokes being dickheads... 1:10 min
https://www.youtube.com/watch?v=XfR9iY5y94s

"...and he just smiled and gave me a Vegemite-Sandwich..."



Im neuen Daheim bin ich auch angekommen. Northcote ist meine Hood. Ziemlich geiles Viertel genau zwischen Downtown und Uni. Sweete Nachbarschaft und eine Strasse weiter 100 Bars :) 
Der Brite, dessen Zimmer ich übernehme hat Kraftwerkposter und Tresoreintrittskarten hier aufgehängt. Ich weiss nicht ob er mir so einen netten Empfang bereiten wollte oder ob er einfach einen besonderen Musikgeschmack hat. 




3. More than 85% of Australians live within 50km of the coast
4. Gina Rinhard, Australia’s richest woman, earns $1 million every half hour, or $598 every second.

Bis bald meine Lieben, ich smooooooooch Euch alle ganz ganz dicke! Miriam, Mims, der Schmetterling

Freitag, 25. Juli 2014

Ay Mate what about a Surf 'n Turf Sanga?

23.7.14

CREATOR: gd-jpeg v1.0 (using IJG JPEG v62), quality = 90
  
Es ist wieder soweit... Ich bin mal wieder weg. Diesmal hat es mich auf den heißen 5. Kontinent verschlagen, genauer gesagt bin ich noch auf dem Weg dahin. Sich mit geprelltem Steißbein auf das Abenteuer eines 24 Stundenflugs zu begeben ist nicht besonders empfehlenswert. Aber was macht man nicht alles für ein Praktikum.

Ha! Gut aufgepasst: Praktikum! Jaaaa, meine Lieben, diesmal bin ich nicht wie eine Wilde auf schlammigen Dschungelpfaden und in heißen Latinobars unterwegs, diesmal wird gearbeitet. Ich würde gerne erzählen, dass ich dort in der Piraterie ausgebildet werde und mit Rum und Säbel an den Küsten abhänge, aber ich muss Euch enttäuschen (oder auch nicht) im Rahmen des Studium absolviere ich ein Praktikum an der RMIT in Melbourne. Ich schau mir quasi die Pflegeausbildung vor Ort an der Universität an und versuch ein bisschen mitzumischen. Wie genau? Dass weiß keiner so recht, aber da lass ich mich jetzt mal knallhart überraschen. Das ist der hauptsächliche Grund, warum ich unser wunderschönes Bayern verlasse. Weitere sind meine allgemeine Rastlosigkeit, die Suche nach Abenteuer und ein Durst nach neuen Erfahrungen.

Da ich ja noch nicht mal angekommen bin und mir hier im doppelstöckigen (!) Flieger nach den Filmen „Grand Budapest Hotel“ und „Anchorman II“ langweilig geworden ist, dachte ich mir fasse ich mal die wichtigsten Dinge über das Land der Kängurus, Wellen und Wüsten zusammen. Für Australienneulinge ist das ja der spannendste Teil.

 Wer hat’s erfunden? Die Schweizer schon mal nicht. Bis heute ist die Erstentdeckung von Australien durch die westliche Welt immer noch umstritten, allerdings wusste man schon vor der Ankunft der ersten Seefahrer von „terra australies“. 1606 kam mal ein Niederländer vorbei, hat ihn aber anscheinend nicht besonders interessiert, im Norden ist es ja auch viel zu heiß um Hanf anzubauen.. schon verständlich ☺ Deshalb hat 1770 der Engländer James Cook im Namen der Queen das ganze Land in seinen Besitz genommen. Wie einfach diese Eroberungen doch immer gingen? Bisschen Segeln, bisschen Piraterie und zack.. den Kontinent nenn ich einfach mal mein Eigen. Ich will an dieser Stelle gar nicht weiter auf den Lateinamerika oder sonstige Eroberungen eingehen. Es ruft doch nur Kopfschütteln bei mir hervor. Wo war ich? Auch ja.. Die englische Krone. Die Engländer waren sowieso auf der Suche nach neuen Britischen Kolonien (neben mir sitzt übrigens ein Englisches Pärchen, das seit 20 Jahren in Australien wohnt) und da dass Land, insbesondere die Gefängnisse aus allen Nähten platzten wurden kurzerhand ein paar Schiffe zusammengestellt und Gefangene in die „neu erworbene“ Strafkolonie verschleppt. Das erste Schiff, auf dem sich auch meine Lieblingspiratin Mary Broad (an dieser Stelle nochmal DANKE an die beste Piratenparty, Mone!) befand, kam am 26.1.1788 in dem heutigen Sydney an. In nur 80 Jahren wurden 160.000 Strafgefangene auf die Insel umgesiedelt. Da allerdings, wie auch in den Staaten, der Goldrausch einsetzte, kamen immer mehr „saubere“ Bürger angesegelt. Und schon war’s vorbei mit der ausschließlichen Strafkolonie.

 Mir ist aufgefallen, dass viele Leute nicht wissen, dass Canberra die Hauptstadt von Down Under ist. Hier kommt die witzige Geschichte dazu: die erste Hauptstadt war Melbourne (mittlerweile 4 Millonen Einwohner), da aber in Sydney (4,5 Millionen Einwohner) die ersten Siedlungen waren wollte man in beiden Städten jeweils selbst Bewohner der Hauptstadt sein. Da sich die beiden nicht einigen konnten wurde kurzerhand Canberra, welches genau in der Mitte liegt, als Hauptstadt ausgewählt. Dass nenn ich mal ne demokratische Entscheidung, die 1913 gefasst wurde!

An was denkt man wenn man Australien hört? Sonne, Wellen, lässige Leute, Hautkrebs, gefährliche Viecher aber sicher nicht an Armee und Krieg. Da aber Australien immer noch der „bestangezogensten Frau Englands“ gehörte und „Queen Lissi“ auch von den Geldscheinen runterspitzt, müssen die Australier in den Krieg wenn England voranmarschiert. Während des 1. und 2. Weltkrieg mussten deshalb die „Australian and New Zealand Army Corps“ ganz schön einstecken. Weil die Amis den Aussis während der Bombardierung durch die Japaner geholfen haben besteht wiederum auch hier ein Abkommen im Notfall.

http://www.buzzfeed.com/simoncrerar/mind-boggling-australian-maps?sub=2878197_2550091
Hier ein paar Fakts:

1. Australia is as wide as the distance between London to Moscow.
2. The biggest property in Australia is bigger than Belgium.


26.7.14

 Mittlerweile bin ich Melbourne angekommen. Winter. Pffff.... da lach ich doch nur. Ein Deutscher April kann schlimmer sein ☺ Ein bisschen feucht und kalt aber für was gibt’s denn ordentliche Kleidung? Ha, mit 30 kg davon sollte ich die nächsten Monate überleben können. Im Moment wohne ich noch bei Freunden in einem supersweeten Häuschen mit Garten und am Wochenende schau ich mir ne WG an. Alles superaufregenden... Ach, was ich vielleicht noch erwähnen sollte: ES IST TEUER! HALLOOOO!? Burger im Angebot im Restaurant: 12 $. Cocktail: 20$. Jägermeister Flasche: 57 $. Ein Päckchen Rolltabak: 35 $. Einfach Irre. Aber ich sag Euch bescheid wenn Ihr anfangen müsst zu sammeln ☺ Bis dahin meine Lieben Daheim oder unterwegs in der Welt Baba, Beso, Miri


Freitag, 28. September 2012

I´m coming home...

Wie die Zeit verrennt.... Meine Abenteuer endet heute nach drei Monaten. Ich kann mich noch nicht ganz mit dem Gedanken anfreunden zurück in die Realität zu fliegen. Eine neue aufregende Zeit faengt nun mit nem Studium in der Landeshauptstadt Bayerns an. Aber im Moment schwelge ich mehr den wunderschoenen Momenten die ich auf meiner Reise hatte hinterher, als dass ich mich auf den neuen Lebensabschnitt freue. Ich habe meinen Blog ein bisschen vernachlaessigt aber es war einfach nie schlechtes Wetter und die viel zu tun ;) Das letzte mal als ich von mir hören liess war ich noch in Guatemala und hab von Vulkanbesteigung getraeumt und Kanufahrten unternommen. Dem Vulkan ist uebrigens eine Woche spaeter der Kragen geplatzt und sehr viele Leuten mussten evakuiert werden. Oder hab ich doch schon über Christobal de las casas auf ueber 2000 m Hoehe in Mexiko geschrieben? Nach dem Hochland fuhr ich ins heisse Puerto Escondido, dem Surfmekka Mexikos. Dort schlaegt die beruechtigte „Mexikanische Pipline“ ans Land. Aber auch fuer kleine Mirisurfer gibts schoene Pointbreaks... Nach ein paar Tagen ueben wollt ich gar nicht mehr aufhoeren weil ich besser und besser wurde!! Endlich! Hat auch lange gedauert. :) Aber man sagt ja: man soll gehn, wenns am schoensten ist und deshalb fuhr ich weiter nach Oaxaca gesprochen zurueck ins Hochland. Busfahrtgeschichte Nr. 1: Ich nahm den Nachtbus von Puerto nach Oaxaca. 12 h Serpentinenfahrt... Um ein Uhr Nachts gabs nen riesen Knall und mich hats aus dem Sitz katapultiert. Einige Leute standen auf dem Gang und links neben uns auf der Strasse standen zwei Autos mit angeschaltener Warnblinkanlage. Das verrückte war, dass der Busfahrer einfach weiterfuhr. Da keiner recht redete oder zum Busfahrer ging legte ich mich auch wieder auf mein Ohr. In Oaxaca angekommen mussten wir dann geschlagene 20 Minuten warten bis wir den Bus verlassen konnten und dann sah ich das Malöhr: der ganz Bus war vorne eingedrückt und deshalb konnte der Fahrer von innen und seine Kameraden von draussen nicht die Tür öffnen... Da musste man dann doch mal hinterfragen! Die Nachtbusse von der Küste ins Inland werden oft überfallen weil sich an Board oft viele Touristen befinden und damit auch Geld. Die zwei Autos am Strassenrand waren also nicht zufällig dort und dass der Busfahrer einfach weitergefahren ist machte dann auch Sinn.... Wir sind also knapp einem Überfall entkommen! Busfahrtgeschichte Nr. 2: Als ich von Oaxaca nach Mexiko D.F. gefahren bin sind dem Bus ein paar Autos hinten drauf geknallt und als ich mich an meinem Fensterplatz umdrehte sah ich wie ein Auto am Bus seitlich entlang rast und sich zweimal überschlagt. Wir, die Busfahrgäste mussten daraufhin den Bus wechseln und die Ankunft in der Hauptstadt Mexikos verzögerte sich um Stunden. Mexiko D.F., die Hauptstadt Mexikos! Wieviele Schauermärchen hatte vor und während meiner Reise ich darüber gehört? Die Geschichten handelten immer über Mord, Totschlag, Raub und andere zwielichtige Sachen. Jetzt muss ich euch sagen: Ich lebe noch und hab mich mit saugeilen Klamotten dort eingekleidet! D.F. hat so seine Probleme. Aber wie in jeder anderen Großstadt Lateinamerikas gibts einfach Ecken in die du lieber nicht gehst dann passiert generell auch nichts! Die Atzteken haben sich da schon ein gutes Fleckchen ausgesucht. Der Legende nach sind die „Mexikos“ durch die Steppe gezogen und haben nach dem vorausgesagten Zeichen gesucht... Im Tal in dem nun die Hauptstadt aus allen Nähten platzt fanden sie dann endlich den Adler auf einem Baumstamm der eine Schlange verschlingt. Somit hatten sie ihr Ziel erreicht und liessen sich auf einer kleine Insel im See nieder. Ihre Herrschaft hielt aber nicht allzulange an weil dann die Spanier das Land „überfielen“. Montezuma, der damalige Herrscher dachte Cortes) der Anführer sei ein lang ersehnter Gott und überhäufte ihn daraufhin mit Gold und Gastfreundschaftlichkeit. Die Spanier habens natürlich ausgenutzt indem sie tonnenweise Reichtümer nach Hause schickten. Irgendwann war auch das nicht mehr genug und mit Hilfe von anderen Stämmen eroberten sie das ganze Reich, ruinierten alles und bauten schließlich das heutige Mexiko auf. Mexiko Stadt kämpft mit 3 grossen Problemen: Überbevölkerung: Mexiko D.F. (also die Stadt) hat fast genausviele Einwohner wie ganz Australien, nämlich 22 Millionen Leute! Alles platzt aus den Nähten! Smog: Wo viele Menschen leben gibts auch viel Luftverschmutzung. Da es auch immer sehr heiß und stickig ist hängt es immer eine Suppe über der Stadt. Die Regierung versucht dagegen anzukommen in dem sie verschiedene Nummernschilder rausgibt. Gelb darf zum Beispiel nur Montags, Mittwochs und Sonntag fahren. Rot dafür Dienstag und Samstag. Die einzigen die jeden Tag ein fahrbares Untergeschoss haben sind die Reichen... die kaufen sich einfach zwei Autos. Wasser: Mexiko ist die einzige Hauptstadt durch die kein Fluss führt. Früher lag es an einem großen See, der aber nach einer längeren Dürreperiode wahnsinnig geschrumpft ist. Um dem sich aus der Not zu helfen baute man man Staudämme an Flüssen und seit dem werden Wassermassen kilometerlang über Gebirgszüge in die Haupstadt gepresst. ADIOS AMERICA CENTRAL & HELLO CALIFORNIA was soll ich über San Francisco schreiben? Die Stadt von Peace, Love und Goldrausch ist so vielfältig dass es schwierig ist alles in Worte zu packen. Von der Fisherman´s Warft, über Ashbury & Haight bis zum schlechtesten Waxfigurenmuseum gibts einfach alles! Bilder sagen mehr als tausend Worte und deshalb werd ich Euch einfach damit überfluten. ;) PIER 39 Miri beim berühmten Cabelcar fahren Golden Gate Bridge Al Capone Die Highlights von L.A., der Stadt der Engel
Der Schluss meiner Reise mit meinen alten Freunden in Colorado, in den Rocky Mountains So.... dass wars nun leider! Für Spenden bin ich sehr dankbar, denn dann kann ich bald wieder reisen gehn und Euch weiters aus der Welt erzählen ;) Ich hoff wir sehn uns alle bald mal wieder auf das eine oder andere Glas karibischen Rum oder bayrische Fass Bier! Danke an Alle die mir so liebe Nachrichten und pushende Kommentare in den Monaten meiner Abwesenheit geschrieben haben... ich glaube ich hätt sonst nicht so lange mit der Schreiberei durchgehalten! ADIOS, GOODBYE und PFIAD EUCH, bis bald!!!!

Freitag, 14. September 2012

Adios america central - Hello California!

Alles ist anders! Tausend Leute, riesen Gebaeude und Englisch! Bin heute abend in San Francisco, California angekommen. Es ist kalt!!!!! Musste mir erst mal Schuhe kaufen weil ich in meinen Flip Flops wahnsinnig gefroren hab.

Die letzten Wochen habe ich in dem Land verbracht, in dem ich auch angefangen habe. Nur die Seite hab ich gewechselt. Meine ersten Wochen in Zentralamerika hab ich an Mexikos Karibikseite verbracht. Ausgeschlichen hab ich sie im Hochland, der Pazifikkueste und der Hauptstadt Mexico D.F.!

Von Guatemala aus hab ich mich auf eine wahnsinnig lange Busfahrt gemacht und bin auf 2100 m Hoehe in Christobal de las Casas angekommen. Da bleibt einem doch glatt die Luft weg wenn man mit dem Rucksack den Berg zur Hostel hochgehen will. Unterm Tag recht warm, friert man Nachts bei Regen! So stellt man sich Mexiko eigentlich nicht vor, oder? :) Christobal war vormals die Hauptstadt Chiapas (einem Staat Mexikos)und hat ebenfalls eine gute Geschichte. 1994 haben die "Zapatistas" das Regierungsgebaeude besetzt und somit fuer internationalen Medienrubel gesorgt. Die EZLN (Ejército Zapatista de Liberación Nacional) erklaerte der Regierung den Krieg und versuchte sich fuer die Rechte der Indigenas einzusetzen. Mit dem Aufstand blieb aber auch der Tourismus aus und somit auch das Geld das durch den Tourismus eingenommen wird. Einfach mal nachlesen, wirklich interessant:

http://de.wikipedia.org/wiki/Zapatistische_Armee_der_Nationalen_Befreiung

Von Christobal aus bin ich nach Palenque in den Dschungel gefahren. Innerhalb ein paar Stunden 2000 m weiter runter in ein heiss, schwueles Klima. Puh! Das kann dem Kopf schon ganz schoen zu schaffen machen. Palenque ist eine der schoensten Ruinen Mexikos. Sie liegen auf gleicher Hoehe wie Tikal in Guatemala und deshalb ist die Vegetation aussen rum auch sehr aehnlich. Allerding wirkt Tikal noch richtig mystisch wenn man morgens die dampfenden Steinbauten aus dem Dschungeldach rausspitzen sieht. Im Gegensatz dazu ist Palenque wie ein Park angelegt und verliert dadurch ein bisschen an Atmosphaere. Nach meiner Nacht in der "Jungelhostel" besuchte ich noch einen Agua Azul und Misol-Ha, Wasserfaelle und 500 Kaskaden mitten im Jungel die zum Baden einladen. Am gleichen Abend fuhr ich zurueck nach Christobal und nahm den Nachtbus nach Puerto Escondido. Ich kam mir vor wie ein Busfahrer, soviel Zeit hab ich in dem Verkehrsmittel verbracht! Puerto Escondido liegt an der Pazifikkueste und ist ein weiters Surfmekka. Direkt am Strand vor den kleinen Restaurant befindet sich die "Mexikanische Pipeline", die groesste Welle Mexikos.

http://www.puertoescondidoinfo.com/pesurf.html

Nix fuer die Miri! Die sind doch eine Nummer zu gross :) Deshalb bin ich an den Pointbreak am anderen Ende des Strands gezogen. Direkt in einer Huette am Strand wohnen und in der Frueh zum Surfen gehn ist schon ein Luxux, muss ich sagen! Hat mich auch sehr an El Tunco erinnert weil genauso wenig "los" war. Die kleine Schotterpiste wird eigentlich nur von dicken SUV's, die mit Boards vollgeladen sind, genutzt.

Nach Escondido gings noch nach Oaxaca (gesprochen Wah-ha-ca)die fuer seine Kuenstler und aussergewoehnliche Kueche bekannt ist. Museumsbesuche - mal was anders :). Es war sozusagen die Vorbereitung auf die Millionenstadt Mexico D.F. (Distro Federal, wie Washington). Dort habe ich die letzten Tage verbracht. WOW!! Insgesamt wohnen im gesamten Bezirk 22 Millionen Menschen, das sind mehr als in ganz Australien!!!! Man kann sich vorstellen dass die Bevoelkerung deshalb auch mit einigen Problemen zu kaempfen hat. Smog und Platzmangel ist eine Sache, das groesste ist allerdings die Wasserversorgung. Mexico Stadt ist die einzige Millionenstadt die nicht direkt an einem Fluss liegt. Nach einer Duerreperiode ist der naheliegende See zu einem Minimum verkuemmert.... Seitdem wird weiter weg gelegener Fluss aufgestaut und ueber Berge gepumt um die Leute mit Wasser zu versorgen.

Es faellt mir gerade sehr schwer mich auf meine Worte zu konzentrieren weil hinter mir wildgewordene Backpacker "Stand by me" und "Love is in the air" beim Karaoke abend lauthals rausschmettern :)

Mexiko Stadt ist der Wahnsinn und wenn man sich an gewisse "Regeln" haelt auch gar nicht so gefaehrlich wie jeder erzaehlt. Wie in jeder anderen grossen Hauptstadt gibt es hier auch Gewaltprobleme.. Gewohnt hab ich in der besten Hostel der ganzen Stadt, dass behaupte ich zumindest. Im 7. Stock gabs ne Dachterasse mit Bar, Aussicht auf den grossen Stdtplatz gratis!


Bilder werd ich demnaechst mal wieder hochladen!

Pfiad Euch... bis dahin! Die Miri

Freitag, 7. September 2012

Hola amigos!

Als ich das letzte mal von meiner Reise erzählt habe, war ich in Nicaragua um Surfen zu lernen. Schwieriger als ich dachte!! Hab mittlerweile meine Karriereplaene zum 2. Kelly Slater an den Nagel gehaengt und beschlossen das Surfen “nur” als Hobby zu sehen :)

In den letzten paar Wochen habe ich 4 Grenzen ueberschritten und bin mittlerweile wieder in dem Land angekommen, in dem alles angefangen hat: MEXIKO!

Nicaragua. Vulkane, Berge, gruene Wiesen und “surf”. Mein Plan ist und war ab hier an der Pazifikkueste entlang hochzuduesen. Nicaragua ist so vielfaeltig, belassen und wild-natuerlich. Manche vergleichen es mit Costa Rica vor 15 Jahren. Costa Rica hat sich mehr zu einem Disneyland fuer Erwachsene entwickelt und das spiegelt sich natuerlich auch in den Preisen wieder... Das war einer der Gruende warum ich nicht noch weiter gen Sueden gezogen bin. Zurück zu Nicaragua und dem Surfen! Wie gesagt ist das Land zwischen Honduras und Costa Rica noch relativ unberuehrt und nicht auf grossen Tourismus ausgelegt. Ein paar lokale Surfer haben erzaehlt dass sie vor 15 Jahren noch stundenlang in der Hitze zu den besten Wellen gelaufen sind nur mit einer Flasche Wasser und dem Board in der Hand. Seit dem die ersten wellensuchenden Touristen gekommen sind gibt es Shuttelbusse von den Doerfern zum Strand. Da Surfer aus dem Ausland gutes Geld dafuer hinlegen koennen Locals meist einfach aufspringen. Tourismus ist also nicht immer schlecht!
Es gibt ein paar Regeln die man beim Surfen beachten muss.
NUMMER EINS: Komm nie einem Local der mehrere Preise gewonnen hat in die Welle!
NUMMER ZWEI: Paddel!! und hoer erst auf wenn du hinter den Wellen bist! Ansonsten kaempft man stundenlang um rauszukommen.

Nach Playa Los gigantes, El colorado usw. zog es mich dann aber nach El Salvador, dem kleinsten Land in Zentralamerika mit der hoechsten Bevoelkerungsdichte. Es liegt direkt am Pazifik, dahinter kommen nur Berge! Es gibt nur ca. 1 % Prozent Indigene Bevoelkerung was komisch ist wenn man zwischen Nicaragua und Guatemala ist... Das liegt daran dass es irgendwann in den 30ern verboten war die traditionelle Kleidung zu tragen und die Ursprache zu sprechen. 48 % der Bevoelkerung leben unterhalb der Armutsgrenze, was dazu fuehrt dass die Gewaltbereitschaft um einiges hoeher ist. Die hohe Mordrate hier (12 Menschen pro Tag) hat eher mit Bandenkriegen zu tun. 1980 bis 91 herrschte hier Buergerkrieg weil die Spanne zwischen Reich und Arm riesig war. Noch gar nicht so lange her, ne? Und veraendert hat sich nichts. Deshalb lebt fast von jeder 3. Familie ein Mitglied in den Staaten um Geld nach Hause schicken zu koennen. Apropos Geld: die Waehrung hier ist US Dollar... und es gibt 1 Dollar Muenzen :)

Die Busfahrt an sich war schon eine Herausforderung. Los gings um 3 Uhr morgens in Managua, der Hauptstadt Nicas. Ab 7 Uhr morgens werden dann die Fernseher eingeschalten. Ach ja, die Fernseher... sowas gibts bei uns glaub ich nicht! Man gewoehnt sich an alles :) Es gibt meistens 4 Fernseher im Bus, die in voller Lautstaerke Liebeskomoedien, Horrorfilme oder “Hunde-Retten-die-Welt-Filme” zeigen. Und zwar einen nach dem anderen.... Nix mit Ruhe. Ich bin so froh das ich mit einem tiefen Schlaf gesegnet bin, ansonsten wuesste ich nicht wie man das aushalten kann. An der ersten Grenze (Nicuragua - Honduras) mussten wir eine Stunde warten weil irgendein Gringo seinen kompletten Koffer voll mit Kameraausruestung, Kabeln und Mehrfachsteckdosen voll hatte. Man bekam das Gefuehl Nicaragua will nicht dass Bildmaterial rauskommt und Honduras kein Bildmaterial von sich haben will! Das ganze kostete uns an der naechsten Grenze (Honduras - Salvador) wieder ein ewig Zeit aber das war gar nicht das Highlight an der Grenze. Kurz nach dem Uebergang fuhr der Bus auf eine Art Parkplatz der allerdings recht verlassen wirkte. Wir mussten alle aussteigen und uns entlang einer Mauer aufstellen. Hoert sich gar nicht sooo schlimm an, wenn man sich allerding 4 uniformierte, bitter dreinblickende Kerle mit fetten Maschinengewehren bewaffnet vorstellt die vor einem auf und abgehen wirds einem schon anders. Noch bizarrer wird das ganze wenn man in einem “Killerameisennest” steht und sich auf Spanisch mit den “Beamten” unterhalten soll. Man weisst nie was an diesen Grenzuebergaengen so alles abgeht! Mit 4 Stunden Verspaetung kam ich dann endlich in San Savlador, der Hauptstadt El Salvadors an. Es gibt immer schlimme Geruechte ueber die Hauptstaedte aber Salvador hat wohl, neben Guatemala-City die groessten Probleme. So schnell wie moeglich hab ich mich aus dem Staub gemacht und bin nach El Tunco gebraust. El Tunco ist ein kleines Dorf am schwarzen, steinigen Sandstrand mit 3 weltbekannten Wellen. Die Leute kommen aus ueberall her und das Dorf besteht irgendwie nur aus haengengebliebenen Surfern, Ausprobierern oder lokalen Profis. Ich beschloss zu bleiben. “Entschleunigt” ist wohl das beste neudeutsche Wort dafuer... Jeder nimmt hier mal nen Gang raus und nach 2 Monaten reisen und entdecken hat das mal ganz gut getan! Zumindest wars so unter der Woche. Am Wochende trudelten sie dann ein... Reiche Salvadorenos, die in den 2 Surfshops Klamotten kaufen und in den Restaurants am Strand ihr Geld verprassen. Verwunderlich war fuer mich nur warum sie sich, teilweise voll bekleidet, mit Sonnenhut ins ca. 10 cm tiefe Wasser legen und sich da rumkugeln!? Nachdem ich mir das Spektakel den ganzen Tag von den Wellen aus angeschaut hab ging mir ein Licht auf. Wahrscheinlich koennen einige davon gar nicht schwimmen!! Dass ist meine Erklaerung, alles andere macht fuer mich keinerlei Sinn..

Montag Morgen war dann wieder sooo erholend ruhig und ich ging in aller Herrgottsfrueh mit den anderen raus ins Wasser. Fast keiner in den Wellen! Hach wie schoen.. Ich brauchte also keine Angst haben irgendjemand in die Quere zu kommen oder aehnliches. Die Wellen waren etwas rauer und kraeftiger und wegen dem Regen die Nacht vorher waren alle Steine vom Strand weggespuelt... Mit ner Schuessel Musli hab ichs mir danach vor dem Laptop gemuetlich gemacht und Mails gecheckt. Dabei haetts mich fast vom Stuhl geschmissen... Eine besorgte Mail von meinen Maedls mit nem Link zu N24 in dem Stand dass fuer ganz Salvador eine TSUNAMI Warnung herrscht machte mir ein wenig Sorgen.. 150 km vor dem Strand an dem ich mit den Wellen spielte gabs ein Erdbeben der Staerke 7.6 und daraufhin wurde die Tsunami Warnung ausgesprochen. Weder vom Erdbeben noch vom Tsunami hab ich irgendwas mitbekommen und als ich in der Hostel rumfragte wusste auch keiner was davon. Komisch.. den alle hier sind Surfer und das einzige was die den ganzen Tag machen ist Wetter, Wind und Wellenvorschauen lesen. Die einzigen die mitten in der Nacht mit ihren Paessen bewaffnet ins obere Stockwerk fluechteten waren eine Horde Australier weil der Papa von daheim angerufen hat und die Warnung durchgegeben hat... :) Soviel zum schnellen Warndienst... Mir gehts jedenfalls hervorragend und ich geniesse jede Minute hier!

http://www.n24.de/news/newsitem_8170730.html


Nach Salvador gings weiter nach Antigua, Guatemala. Ja genau, Guatemala.. da war ich schon mal. Ich mag “Guate” einfach. Liebe, hilfsbereite Leute und atemberaubende Natur. Antigua ist die fruehere Hauptstadt Guatemalas, eine wunderschoene, bunte Kolonialstadt umgeben von drei Vulkanen. Fuego und Pacaya - mehr oder minder aktiv und Agua, weil der Krater mit Regenwasser vollgelaufen war und aufbrach. Mein Plan war den Pacaya zu besteigen und von der Terrasse meiner Hostel aus konnte man ihn schon beim Fruehstuecken bewundern. Leider war er die kompletten Tage in dicke Wolken gehuellt und es sah immer ein bisschen nach Regen aus. Schlechte Bedingungen um einen Vulkan zu besteigen... So bin ich aus Antigua abgereist ohne mich nochmal an meine sportliche Belastungsgrenze gepuscht zu haben. Das letzte Wochenende bevor ich nach Mexiko gereist bin habe ich mit einer Freundin aus Deutschland, die in Antigua mit einer Organisation arbeitet in Lago Atitlan verbracht. Der See ist ... km gross und umgeben von... ja klar! Vulkanen. Bevor ich mich mit Artisano Schmuck am Nachmittag eindeckte paddelten wir ein paar Stunden mit nem Kajak unterm Hintern ueber den wunderschoenen See. Ein bisschen kams mir vor wie in Oesterreich! Aber auch nur ein bisschen. :)

Seit ein paar Tagen bin ich wieder in Mexiko und auf dem Weg nach San Christobal mussten wir durch 4 Militaerkontrollen. Nirgendwo sind sie so extrem mit ihren MGs unterwegs wie hier. Die haben sie nicht zum Spass dabei!!! Da faellt mir ein ich wollte noch ein bisschen was schreiben über :

Kuriositäten Zentralamerikas


- Maschinengewehr

An jeder Ecke steht ein uniformierter Kerl mit ner MG in der Hand. In Mexiko fahren sie teilweise Patrouille mit nem Jeep um den Zocolo oder Park. Auf der Ladeflaeche des Jeeps steht ein uniformierter Kerl mit ner MG auf die Strasse gerichtet und nebenher tippt er SMS auf seinem Handy. In Guatemala werden sogar die Laster der Fastfoodkette “Pollo” von nem uniformierten, bewaffneten Kerl begleitet. In El Tunco gehen sie am Strand entlang.. was genau da zum Bewachen ist hab ich gluecklicherweise nicht herausgefunden. Und so weiter... mit der Zeit gewoehnt man sich so daran, dass es einem auffaellt wenn KEIN bewaffneter neben dir steht und nicht andersrum :)

-Klopapier

Wer schon einmal in Lateinamerika gewohnt hat oder dort gereist ist, kennt es. Das Klopapiersystem. Die Abflussrohre hier sind duenner als die daheim und deshalb nicht konzipiert fuer Klopapier. Das aufgequollene Papier wuerde alles verstopfen und zum ueberlaufen bringen. Einige Gringos checken das leider nicht und so findet man des oefteren randvolle Schuesseln! No tire ninguna clase de papel en el inodoro. !Use el basura, por fis!” und aehnliche Schilder zieren das Oertchen und weisen hoeflich daraufhin das benutzte Papier in den Abfalleimer daneben zu schmeissen...

- Macheten

Auf den ersten Blick immer wieder ein bisschen Schrecken einfloessend. Jeder hier, besonders in Guatemala und Nicuragua, wo es noch relativ viel Jungel gibt, hat ne Machete. Fest im Huefthalfter, in extra dafuer gemachten Fahrradhaltern, unterm Sitz im Bus oder freischwingend in der Luft. Irgendwie gehoert es zum Standartgeraet hier. Da man aber immer wieder Geschichten hoert dass Leute von einem “Machetentrupp” ueberfallen worden sind versucht man sich manchmal unauffaellig zu verhalten :)


- Busfahrten

Alles auf dem Lateinamerikanischen Kontinent ist Tranquilo und “Manana” scheint tatsaechlich das Lieblingswort zu sein. Aber nicht wenn es zu Bussen oder Colectivos kommt... Da laufen sie zur Hoechstform auf! Man steht an der Strasse, haelt die Hand raus wenn der Bus mit dem richtigen Schild in der Windschutzscheibe kommt, der Bus haelt an und alle springen raus und sofort rein.. keine Zeit zu verlieren. Alles schreit wild durcheinander. Aussteigen is das gleiche. Man bruellt nach vorne dass man raus will oder man sagt dem Copiloten (der alten amerikanischen Schulbusse) hinten an der Tuer dass man raus will und der haemmert gegen die Metalltuere. Dann gehts los: Bus haelt am Strassenrand, man wird mehr oder minder rausgedraengelt weil der Bus voll gestopft is und er Rucksack wird dir hintergeschmissen wenn du zu langsam bist! Jedesmal eine riesen Hektik!

Noch ein Nachtrag zum letzten Blog:


Ich war in Nicaragua mit einer Schildkroetenexpedition Nachts am Strand unterwegs um eierlegende Schildis zu sehen. Die Straende an denen die Schildkroeten an Land kommen sind teilweise geschuetzt und von (klar!) maschinengewehrbewaffneten Maennern bewacht. Die Saison hat gerade begonnen, d.h. tausende von Mamas kommen an den Strand buddeln Loecher und legen bis zu 100 Eier auf einmal und vergraben sie danach. Wenn alles rum ist sieht man eigentlich gar nicht wo sie versteckt sind. Trotzdem gibt es Raeuber am Strand. Natuerliche wie Krabben und andere Tiere aber am schlimmsten sind "Dealer". Leute die an den Strand kommen, die Eier ausbuddeln und sie danach verarbeiten oder verkaufen, denn angeblich sind sie potenzfoerdernt. Treib diesen Irrgedanken er mal nem Latino aus!!! Deshalb sind hier Organisationen die die Straende bewachen, ausgegrabene Eier neu verbuddeln und die kleinen Schildis sicher an den Strand zum Wasser bringen. Mit einer dieser Orgas war ich eben unterm Sternenhimmel unterwegs und hab hunderte von riesigen Schildis beim Buddeln zugesehen und ein paar "kleine" zurueck zum Ozean begleitet. Nur eine pro Wurf wird das Erwachsenenalter erreichen. Ich hoffe meine, die ich zum Wasser gebracht hab schaffts :)

Nur noch ein paar Tage uebrige, dann gehts in die Staaten. Jetzt weiss ich auch warum mein Flug aus Mexiko so billig war.. Mein Flug genau einen Tag vor der groessten Party Mexico D.F.'s! DEM NATIONALFEIERTAG! stinkt mir schon ein bisschen, ne!!

Soviel bis ez
Miriam

Donnerstag, 16. August 2012

Tauchen, Vulkane und Surfen...

Erstmal ein riesiges LO SIENTOOOOOO! Ich lebe noch, hatte aber zu gutes Wetter und aufregende Tage um an meinem Blog zu "arbeiten"!!


So... wo fang ich nur an??

Es is fuenf Uhr nachmittags, meine Bauchkraempfe haben sich gebessert und es regnet. Die beste Zeit um mal wieder was von mir hoeren zu lassen. "Montezumas Rache" hat mich erwischt. Nicht zu schlimm aber es hat gereicht. Fuer alle die noch nicht in Zentral- oder Suedamerika waren: Von Montezumas Rache spricht man wenn die Darmflora nicht mehr im Gleichgewicht is :) Montezuma war der letzte Herrscher der Atzteken bevor die Spanier alles in Grund und Boden stampften. Die Eroberung Tenochtitlans, bei der Montezuma auch starb, ist wahrscheinlich nicht nur der Streitmacht Spaniens zuzuschreiben sondern auch den Pocken die sie mitgebracht haben. Wie ihr Euch denken koennt, kamen diese mit der neuen Krankheit nicht zurecht!! Kurz vor seinem Tod hat Montezuma der Legende nach einen Fluch ausgesprochen, dass alle Eindringlinge in seinem Land die Rache zu spueren bekommen sollen.... Danke Monte! Ich spuere es!!!


Der letzte Eintrag entstand vor gefuehlten hundert Jahren weil ich seitdem mega viele Dinge erlebt habe. Ich versuche mich kurz zu halten weil ich euch nicht mit ueberfluessigen Details (wie sonst immer :) langweilen will und ich nachher noch auf den Huegel will um meine Hamburger Jungs zu besuchen! Muss mal wieder an meiner Muttersprache arbeiten, sonst verlern ich alles :)




Nach Guatemala bin ich weiter nach Honduras gereist. Besser gesagt auf die Islas de la Bahia, auch Bay Islands genannt. Eine Inselgruppe in der Karibik, mit der Faehre vom Festland in einer Stunde zu erreichen. Auf dem Weg zur Insel Utila kamen einige Maegen ins Schaukeln. Vor allem die, der Europaer. Auf und nieder, immer wieder, hammas erste gestern gmacht... Noch mal Karibik also :) Die Sonne brennt morgens vom ersten Kaffee an bis zum letzten Rum runter wie in einem Huehnchengrill, die Muecken haben ein Schild um den Hals haengen auf dem steht: Vorsicht Malaria! und die alkoholisierten Raufbolde tummeln sich nachts in saemtlichen Strandbars. Hahahaha.. wenn ich den Satz les hoert es sich furchtbar an! Ich muss aber sagen ich hatte dort eine fabelhafte Zeit. Besonders, weil ich dort meinen Tauchschein gemacht habe! An alle "Buddys" unter Euch: Im naechsten Sommer werden saemtliche Seen und gesunkenen Schiffe in Deutschland unsicher gemacht! Der Kurs dauert ein paar Tage und ich war sehr begeistert wie alles aufgezogen wurde. Theorie, langsames Vortasten mit saemtlichen Geraeten im seichten Wasser, bis wir nach ein paar Tagen bis auf 18 m runter gingen. Ich haette nie geglaub dass die Unterwasserwelt so faszinierend ist! Die Bay Islands liegen am zweitgroessten Riff der Welt, gleich hinter dem Great Barrier in Australien. Leider hatte ich keine Unterwasserkamera sonst wuerde ich Euch ein paar Eindruecke schicken, so muessen Worte reichen. Ich musste waehrend der ganzen Zeit an meine Beatmungspatienten denken. Liebe Kollegen: Ich kam mir vor wie an ner CPAP/DU-Kiste ohne DU! So schlimm kann Weaning nicht sein.. Vielleicht sollte ich meine Facharbeit nochmal ueberdenken :) Wenn man mal den Trick mit dem neutralen Auftrieb raus hat (ich hoffe es heisst so, ich hab den Kurs naemlich zweisprachig gemacht. Deutsch um mich daheim mit jemand unterhalten zu koennen und Englisch um mich hier mit allen anderen verstandigen zu koennen) ist das dahintreiben lassen der Wahnsinn.. Man kann Saltos unter Wasser schlagen, wie Buddha im Wasser meditieren oder die andere Welt bewundern. Es kommt einem vor wie eine riesige Wiese, voll mit Blumen die man noch nie gesehen hat, auf der sich Tiere tummeln von denen einem als Kind Schauermaerchen erzaehlt wurden. Und es ist gar nicht soooo einfach vor einer Moraene zu fliehen denn unter Wasser sind die Bewegungen wie in Zeitlupe! Neben den Korallen, welche uebrigens schon seit 400 Mio Jahren existieren, haben wir Nurse sharks (Krankenschwesternhaie), Parrotfish, Christmastreeworms und vieles mehr gesehen. Ausserdem hab ich nach dem letzten Tauchgang noch eine Erfahrung gemacht: nicht helfen!!! In einer Bar bekam ein junger Hollaender eins auf die Ruebe waehrend ich mir grad was an der Bar bestellt hab. Da er direkt neben mir stand und geblutet hat wie ein Schwein hab ich versucht ihn zu beruhigen und wollte seine Kopfplatzwunde checken. Als ich mir seien Kopf anschaun wollte kam der Local zurueck, mit einer dickwandigen Whiskeyflasche in der Hand... Und BANG... hat er den Hollaender "geflaschlt"! Nachdem ich die Scherben aus meinem Haar gezupt hatte ging ich (keine Sorge: natuuuuerlich mit Leuten aus meinem Tauchkurs) zurueck zur Hostel. Falsche Zeit, falscher Ort... aber es gibt einem natuerlich zu denken.... besonders als ich den Kerl am naechsten Tag mit einer Nacht vom Auge bis zum Kinn auf der Strasse gesehen hab.





TREETANIC in Utila, 3.beste Bar der Welt... der Besitzer mosaikt ALLES selber






Am Tag nach dem legendaeren Sun Jam gings dann weiter nach San Pedro Sula. Hoert sich nett an, ist aber eine der gefaehrlichsten Staedte der Welt. Mir blieb aber nichts anders uebrig als diese Route zu waehlen und eine Nacht dort zu verbringen um tags drauf weiter nach Nicuragua zu reisen. Ein bisschen gruselig wars schon, als ich im Dunkeln am Busterminal stand. Die Leute dort waren aber alles andere als zwielichtig. Einer lieh mir sein Handy um in meiner Hostel anzurufen, ein ca zehnjaehriger Bub hat mich zum Treffpunkt gebracht und der Mann der mich schliesslich sicher an mein Ziel gefahren hat konnte mir einiges ueber Honduras erzahlen. Vor allem hat er sich gefreut dass ein paar Tage vorher SPANIEN gegen HONDURAS im Fussball verloren hat :) Die Olympischen Spiele verbinden alle Nationen!!!


Uebernachtig, ausgelaugt und muede kam ich in Nicuragua an der Grenze an. Ein Durcheinander vom Feinsten. Wir mussten alle aussteigen, Rucksaecke auspacken und zur Kontrolle marschieren. Derweilen bist du von ca 100 Leuten umgeben die irgendetwas verkaufen wollen, dich um Geld anbetteln oder Waehrungswechsel anbieten. Nachdem ich mir meinen Weg durchgeboxt hab und endlich vorne an der Kontrolle angelangt war kam ein Mann auf mich zu und meinte: neee... passt schon! kannst wieder umdrehen, wir fahren weiter! WAAAS??? warum bin ich nochmal ausgestiegen??? Manchmal ist hier alles ein bisschen verrueckt. Ich liebe und hasse es. Keine Deutsche Gruendlichkeit aber es ganz schoen verunsichernd wenn man dann ohne Eingangsstempel im Bus sitzt und nicht weis ob das ez alles so seine Richtigkeit hat!!


Die Landschaft hat sich veraendert. Statt Kristallklarem Wasser, weissem Sand und Muecken sieht man im Norden Nicuraguas Berge, satt gruene Landschaften und viele Kuehe. Ziemlich abgemagerte.. In Granada hab ich mir zum zweiten Mal Bedbugs, zu deutsch: Bettwanzen eingeholt. Ein Parasit wie er im Buche steht! Ich hasse sie und sie lieben mich! Wie die Muecken... Seit Wochen frage ich mich welchen Zweck diese Viecher in unserem Oekosystem haben?? Bitte schickt mir die Antwort oder die Loesung fuer mein Problem: DIE VIECHER! Bettwanzen sind kleine gemeine Tiere, die sich in Ritzen, hinter Bilderrahmen oder sonstigen dunklen Loechern aufhalten und Nachts rauskommen. Sie gehen nach Koerperwaerme und saugen Blut. Was oben reingeht, muss hinten wieder raus. Die Wanzen hinterlassen kleine schwarze Punkte auf dem Bett und einen voellig zerstochenen Koerper. Ein Stich der Bettwanze juckt (nach meiner doppelten Erfahrung) wie 100 Mueckenstiche. Ez koennt ihr Euch selber zusammenreimen wie ich mich nach einer massiven Attacke gefuehlt habe. Beim ersten mal haben sie meinen GANZEN Koerper maltretiert, beim zweiten mal wurde nur meine Taille in Beschlag genommen....


Zurueck zu Granada. Eine kleine Kolonialstadt die am Fuss des Mombacho Vulkans liegt und an den Nicuraguasee grenzt ist eine internationale Flaniermeile. Beim Pizzaessen hoert man saechsisch vom Tisch nebenan und beim Trinken im Irishpub kann man die Horde "Freiwilliger" aus den Staaten nicht ueberhoeren. Die Stadt wurde vom Spanier Francico Cordoba gegruendet, ein Handelsplatz vom Feinsten entstand. Sogar die Waehrung hier wurde nach diesem smarten Kerl benannt, man zahlt in Cordobas! Ein paar hunderter beim Essen sind also nix :) In Granada selbst hat mich nicht viel gefesselt aber es war schoen mal einen Tag im Internet zu verbringen mit Freunden zu quatschen und allerhand von daheim zu erfahren.


Granada war fuer mich eher ein Traveller-Umschlagplatz, was mich interessiert hat war die Isla de Ometepe. Die groesste vulkanische Insel in einem Suesswassersee!! Eine wilde Bus-, Taxi-, Bootfahrt spaeter war ich meinem Ziel schon sehr nah! Zwischen baumhausartigen Schlafsaelen und Billiardtischen hab ich mich schnell einfunden und meine Tage dort geplant. Ums relaxt anzugehen hab ich mir ein Radl geliehen und bin zu einem Wasserfall gefahren. Die beste Strasse die ich je gefahren bin! Mountainbiking im Oberpfaelzer Wald is ein Dreck dagegen1! Nach 1,5 Stunden war ich endlich am Eingang unten am Berg angekommen und nachdem ich ein paar Mark gezahlt hatte durfte ich mich auf die Wanderung nach oben machen. Auf halber Hoehe zum Gipfel des kleinen Vulkan, genannt Madera, stuerzt sich das Wasser in ein kleines Becken. Das Naturschauspiel wars wert ueber eine Stunde steil nach oben zu huepfen. Von Muecken nach unten gejagt war ich ganz schoen kaputt! Wochenlang ohne Sport durch Mittelamerikanische Tortilla, Reis und Burrito Laender ziehend war mir nicht klar wie unfit ich im Moment bin!! Hilft nichts.. irgendwie musste ich ja nach Hause kommen. Also wieder rauf aufs Radl und die Steinpiste zurueck. Wie gesagt, das war mein Ausspanntag, denn am naechsten Morgen gings um fuenf morgens los zum "Base" von "Concepcion" (Die Empfaengnis), dem groesseren der beiden Vulkane. Wenn schon Vulkan, dann der grosse den weniger Gringos machen, dachte ich mir. Jaaaaaa.. nach den ersten 40 Minuten hab ich den Bergfuehrer gehasst der losgesprintet ist als waeren 10 Loewen hinter ihm her. Nach weitern 30 Minuten hab ich mich selber gehasst, weil ich mich dafuer entschieden hab den hoeheren Vulkan zu machen. Nach der darauffolgenden Stunde habe ich den deutschen Tischtennisprofi, der mit mir hoch ist gehasst weil er deutsche Schalger gesungen hat und den Fueher zum Lauftempo gebracht hat. Nach einem kurzen Regenschauer, Wolken und gefuehlten 4 Litern Schweiss haben wir eine Pause gemacht und ich hab mich umgedreht und alleine dieser Ausblick hat alle Muehen entschaedigt! Die Wolken hatten sich verzogen und mein Blick streifte ueber die ganze Insel. Links und rechts konnte man entfernt Affen schreien hoeren und ganz nah zirpten einem die Grillen allerhand ins Ohr. Nach insgesamt 3,5 Stunden hatten wirs geschafft: 1600 UND 10 (!) Meter. Oben am Gipfel stieg einem der faule Geruch von Eiern in die Nase, die Schwefelschwaden umfingen einen und sobald man sich hinsetzt kommt es einem vor als haette jemand die Sitzheizung angeschalten.. soooo und nicht anders stell ich mir einen Vulkan vor! Unser nicuragischer Kraxler hat gemeint wir haetten sehr viel Glueck, denn normalerweise sind die Sicherverhaeltnisse nur im April so klar und unterm Jahr gibts nur ca. 15 Tage in denen es so schoen dort oben ist. Glueckspilz!! Dort oben angekommen hab ich nur ein bisschen das Gipfelkreuz und ein Augustiner vermisst :) Nach weiteren drei Stunden und hunderten von Fluechen spaeter kam ich unten zwischen Bananenstauden wieder an. Ich fuehlte mich wie ein alter Gaul der seine Knie nicht mehr unter Kontrolle hat. Eines der schlimmsten Gefuehle, wenn man denkt man klappt in den Kniekehlen zusammen wie ein Taschenmesser... Runterwaerts konnte ich ein paar Stunden an meinem Spanisch arbeiten und so hab ich erfahren, dass wir schon sehr flott den Berg rauf und runter sind denn normalerweise braucht er fuer eine Tour ueber sieben Stunden... Wegen mir haett ma uns nicht so schicken muessen :)




Blick vom Festland auf Ometepe, links CONVULCION




Falls der Vulkan ausbricht gehts DAAAAA lang



Oben aufm Berg



Noch Tage spaeter hatte ich den Berg bei jedem Schritt dank meiner Oberschenkel in Erinnerung! Vor lauter schmerzhaften und atemberaubenden Erinnerungen haett ichs fast vergesssen zu erwaehnen: der Vulkan ist 2010 das letzte Mal ausgebrochen und vor 50 Jahren hat er das letzte mal richtig gespuckt.


Gerade befinde ich mich in San Juan del Sur in Nicuragua und hatte meine erste Surfstunde! Ich bin froh wieder im Wasser zu sein. Am liebsten wuerd ich immer am Wasser bleiben.. wenn die Muecken nicht waeren :) Stehen klappt schon ganz gut mit nem grossen Brett, rauspaddeln is die groessere Herausforderung. Ich bin jedenfalls ganz stolz auf mich!









Allererster SURFTAG


Vielleicht schaffe ich es ab ez wieder haeufiger meine Eintraege zu machen... Ich hoffe es zumindest



...Mehr dazu beim naechsten mal! Hier ist Schildibrutzeit :)

Liebste Gruesse an dahoam!




Kleine Korallenlektuere der Uni Stuttgart (Bedeutung der Korallenriffe):

Riffe als Klimastabilisatoren
Riffe sind in den Kohlenstoff-Kreislauf eingebunden, indem sie Kalk binden:
Ca2+ + 2HCO3- ---> CaCO3 + CO2 + H2O
CO2 wird aus der Atmosphäre im Meer gelöst und reagiert dort mit Wasser:
2 H2O + 2CO2 ---> 2HCO3- + 2H+
Das Bicarbonation steht also mit dem im Riff ausgeschiedenen Kalk im Gleichgewicht. Bicarbonat besitzt zusammen mit anderen Ionen im Meer eine Pufferwirkung, ohne die würde der Säuregehalt im Meer stark schwanken, was die Organismen nur schlecht vertragen. Es würde sich auch die CO2-Löslichkeit im Meer ändern, was das CO2-Gleichgewicht stören und damit das Klima verändern würde.Das CO2, das bei der Kalkbildung entsteht, wird von den Zooxanthellen, den Korallensymbionten, die eine CO2-Fixierung betreiben, durch die Photosynthese direkt verbraucht. Es trägt also nicht in der Atmosphäre zum Treibhauseffekt bei. Möglicherweise kann von diesen Symbionten auch direkt CO2 aus der Atmosphäre verbraucht werden, was zur Senkung des CO2-Gehaltes führen würde. Die Zooxanthellen wirken sozusagen als Pumpe, die CO2 absaugen, so dass sich das Gleichgewicht verschiebt und die Kalkbildung beschleunigt wird.
Auch fossile Riffe verbrauchen CO2 durch die Verwitterung. Es entstehen Bicarbonationen, die zur Kalkbildung entzogen werden, so dass das CO2-Gleichgewicht und damit das Klima stabil bleiben.